Krankenhauspersonal

Verfasst von Elisabeth Felde. Veröffentlicht am 30.12.2020.

Bunte Kittel

Alles bunt – Wer sind die „Bunten Kittel“

Fachkräftemangel, demografischer Wandel, harte Arbeit, wenig Lohn: Angestellte in der Gesundheits- und Pflegebranche müssen sich täglich Herausforderungen stellen. Sie arbeiten viel und hart, oft mit Überstunden. Sie bringen sich sowohl psychisch als auch physisch an ihre Grenzen, können sich nicht immer ausreichend Zeit für einen Patienten nehmen und bekommen nicht den für die erbrachte Leistung entsprechenden Lohn. Daran muss sich etwas ändern, denken sich acht junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflegebranche und gründen die Initiative „Bunte Kittel“. Was sind die genauen Ziele und Methoden?
 

„Bunte Kittel“ – Ein junges Team mit hohen Zielen

Das Team der Bunten Kittel setzt sich aus acht jungen Mitarbeitern, die im gesundheitlich-pflegerischen Bereichen in und um Berlin zusammen arbeiten. Deren Ansicht nach stellt die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung eine Daseinsvorsorge dar. Sie sollte selbstverständlich sein, öffentlich organisiert werden und es überwiegt kein Profitzwang.
 

Ihr höchstes Ziel ist es, das tägliche Leiden aller Pfleger zusammenzuführen und das Gesundheitssystem im Allgemeinen zu verbessern bzw. auf die noch ausbaufähigen Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen.


Dafür finden wöchentlich Aktionen wie z.B. Demonstrationen statt. Unter Verbesserung des Gesundheitssystem ist ein Arbeitsalltag mit weniger Hektik gemeint und das Richten der Aufmerksamkeit auf alle Berufsgruppen im Gesundheitswesen.
 

Hohe Ziele – Harte Arbeit

Die Forderungen der Kampagne sind vielfältig und vielzählig. Dazu gehören:

  • Die gesamte Bevölkerung soll gesundheitlich gleich versorgt werden
  • Es soll eine bundesweite Bedarfsplanung geben. Das heißt, dass es kein Überangebot in Ballungsräumen und somit keine Unterversorgung in ländlicher Gegend geben soll
  • In Krankenhäusern ist mehr Nachhaltigkeit erwünscht. Sowohl im Umgang und Verbrauch medizinischer Materialien als auch auf die Arbeitsweise der Pfleger an sich bezogen. Diese sollen effizient arbeiten können. Dafür bedarf es genug Personal und ein System bzw. eine Arbeitsteilung, die effizientes Arbeiten möglich macht.
  • Das Gesundheitswesen und dessen Angestellte sollen in der Gesellschaft (unabhängig von der Corona-Krise) mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung bekommen bzw. die Gesellschaft soll für das Thema sensibilisiert und im Bereich Gesundheit mehr gebildet werden.
  • Die Forderung nach besseren und vielfältigeren Fort- und Weiterbildungen (u.a. mit finanzieller Unterstützung)
  • Der Wunsch nach festen Personalschlüsseln (d.h. festgelegte Zahl an Mitarbeitern in einem bestimmten Bereich)
  • Profitorientierung bzw. eine Privatisierung im Gesundheitssystem sollen vermieden werden. Gesundheit soll kein Wirtschaftsgut sein. Dieser Aspekt kann u.a. durch eine öffentlich organisierte Gesundheitsversorgung, die sich nach dem individuellen Bedarf der Bevölkerung orientiert, erreicht werden. Idealerweise basiert diese Versorgung auf wissenschaftliche Erkenntnisse und medizinischer Notwendigkeit.
  • Pfleger sollten so arbeiten können, dass sie sich genug Zeit für jeden Patienten nehmen und auf seine individuellen Bedürfnisse eingehen können
     

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Keiner ist allein mit seinen Problemen

Neben diesen Forderungen können natürlich weitere Kritikpunkte bezüglich der Arbeit und Versorgung im Gesundheitswesen eingebracht werden. Neben dem Stellen und im besten Fall Durchsetzen der genannten Forderungen/Ziele spielt die gezielte und aktive Einbindung aller interessierten Personen, die aus der Gesundheitsbranche kommen, eine entscheidende Rolle. Damit soll unterstrichen werden, dass kein Pfleger, kein Arzt, keine Krankenschwester mit ihren Problemen und Sorgen alleine ist.
 

Die Kampagne will aber ein Zeichen setzen, dass eine gemeinsame Zusammenarbeit und kämpfen gegen die mangelhaften Arbeitsbedingungen mit Sicherheit Positives bewirken kann.


Gleichzeitig ist hier jeder Einzelne gefragt: Wer mitwirken möchte, sei es Ideen einbringen oder an Demonstrationen teilnehmen, kann das gerne machen. Die bunten Kittel brauchen jede Unterstützung, die sie bekommen können. Man kann schon mit einer Spende helfen, die für den Ausbau der Websites, Veranstaltungen, für die Herstellung von Flyer und Buttons usw. genutzt wird. Außerdem kann man als Botschafter aktiv werden oder im social media Bereich auf die Kampagne aufmerksam machen. Durch die jungen Gründungsmitglieder ist diese Initiative insbesondere für junge Leute bzw. Pfleger oder andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche, die am Anfang ihrer Karriere stehen, attraktiv.
 

Nur Mut!

Für die eigenen Rechte, Wünsche und Bedürfnisse einstehen erfordert viel Mut und Kraft. Das führt dazu, dass die meisten sich alleine nicht dieser Herausforderung stellen möchten. Durch die „Bunte Kittel“ Kampagne, kann jeder, der aus dem Gesundheitssektor kommt oder sich dafür interessiert und sich für bessere Arbeitsbedingungen und allgemein eine bessere gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung einsetzen will, aktiv werden, ohne allein zu sein. Dafür braucht man auch nicht auf jede Demonstration oder öffentliche Veranstaltung gehen, wenn man nicht möchte. Schon kleine, aktive Beteiligungen können Großes bewirken.
 

Chefarztsekretär (m/w/d)
Jüdisches Krankenhaus Berlin
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