Eine Frau liegt im Bett und verdeckt ihre Augen mit dem Arm

Verfasst von Laura Hörner. 

Frühjahrsmüdigkeit & Pflege: So bleibst du fit!

Ursachen & Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit

Müdigkeit kann sehr viele Gründe haben – von Schlafentzug über zahlreiche Krankheiten bis hin zu Bewegungsmangel. Pflegekräfte haben oftmals zusätzlich mit der Schichtarbeit zu kämpfen, die den Biorhythmus durcheinanderbringt und so zu schlechtem Schlaf führt. Das klingt schon stressig? Dann warte erst einmal den Frühling ab: Ab März legt der Körper nämlich bei etwa jedem zweiten Deutschen noch eine Schippe drauf. Zu dieser Zeit beginnt die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit. Warum du frühjahrsmüde wirst, welche Symptome damit einhergehen und was du dagegen tun kannst, liest du hier!

Symptome der Frühjahrsmüdigkeit

Wenn sich im Frühling die Sonne wieder zeigt und die Blumen blühen, sollte man eigentlich erwarten, dass Körper und Geist mit einer Menge Energie darauf reagieren. Schließlich möchte man ja nach draußen und das schöne Wetter genießen. Viele erfahren aber leider am Ende des Winters das genaue Gegenteil. Wenn du ebenfalls an Frühjahrsmüdigkeit leidest, kennst du bestimmt folgende Symptome:

  • Du bist müde, obwohl du genug geschlafen hast

  • Du fühlst dich lustlos, antriebslos und gereizt

  • Du reagierst besonders empfindlich auf Wetterveränderungen

  • Du hast einen niedrigen Blutdruck

  • Du fühlst dich schwindlig

  • Du leidest unter Kopfschmerzen 


In der Regel tritt die Tiefphase irgendwann zwischen März und Mai auf, doch auch Frühjahrsmüdigkeit im Februar ist möglich. Die Frühjahrsmüdigkeit-Symptome sind zwar unangenehm, aber vollkommen ungefährlich. Wenn du dich also im Frühling schlapp und so gar nicht energiegeladen fühlst, dann musst du dir zunächst einmal keine Sorgen machen. Natürlich wäre es schöner, wenn du deine Patient:innen mit guter Laune und ohne Kopfschmerzen versorgen könntest. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Die Symptome der Frühjahrsmüdigkeit verschwinden ganz von selbst wieder. 

Frühjahrsmüdigkeit: Ursachen für den Durchhänger

Ganz genau sind die Ursachen von Frühjahrsmüdigkeit noch nicht geklärt. Bekannt ist aber, dass der Körper Schwierigkeiten haben kann, sich auf die neuen Licht- und Temperaturverhältnisse einzustellen. Die Umstellung dauert etwa zwei bis vier Wochen, danach hat sich dein Körper wieder eingependelt. Die Frage „Gibt es Frühjahrsmüdigkeit überhaupt?“ lässt sich also ganz klar mit Ja beantworten! Aber warum werden wir so im Frühling so müde?

Der Hormonhaushalt

Eine wichtige Ursache von Frühjahrsmüdigkeit ist unser Hormonhaushalt. Sicherlich hast du schon einmal von Serotonin und Melatonin gehört. Serotonin wird auch als Glückshormon bezeichnet und im Frühjahr vermehrt ausgeschüttet. Die Produktion von Melatonin, das auch als Schlafhormon bezeichnet und im Winter vermehrt produziert wird, fährt der Körper mit zunehmendem Sonnenlicht hingegen herab. Diese Umstellung ist wichtig, um sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Dein Körper kann allerdings zu Beginn erschöpft darauf reagieren. Mit der Zeit pendelt sich der Hormonhaushalt wieder ein und du profitierst von der neugewonnenen Energie.

Blutdruck, Pollen & Vitamin-D-Mangel

Nicht nur die Hormone spielen im Frühling verrückt. Ein Grund für die Frühjahrsmüdigkeit findet sich auch in der Senkung des Blutdrucks. Durch die höheren Temperaturen weiten sich nämlich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt ab, was zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Schwindel führen kann.

Wenn du unter einer Pollenallergie leidest, dann weißt du sicherlich, dass diese ebenfalls müde machen kann. Zwar fliegen das ganze Jahr über Pollen, im Frühling trifft es aber viele Allergiker:innen besonders hart. 

Nicht zuletzt kann zu wenig Vitamin D zu den Symptomen einer Frühjahrsmüdigkeit führen. Im Winter kommen wir oft weniger an die Sonne und nehmen so auch weniger von dem sogenannten Sonnenvitamin auf. Zwar hat der Körper meist genug Reserven, um über den Winter zu kommen, in Ausnahmefällen kann es aber zu einem Mangel kommen.

Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit

Obwohl der Durchhänger im Frühling ungefährlich ist, bedeutet das nicht, dass du nichts dagegen tun kannst oder solltest. Zwar wirst du nicht alle Symptome der Frühjahrsmüdigkeit einfach so abschütteln können, aber mit den richtigen Maßnahmen halten sich die negativen Auswirkungen in Grenzen. Das kannst du tun, um im Frühling deine Energie zurückzubekommen:

Bewegung & Sonnenlicht

Auch wenn du gerade wegen der Frühjahrsmüdigkeit keine Lust hast, dich zu bewegen, solltest du in diesem Fall lieber nicht auf deinen Körper hören und stattdessen an die frische Luft gehen. Nutze das Vitamin D aus den Strahlen der Frühlingssonne und gewinne so wieder neue Energie. Das Sonnenvitamin nimmst du ganz einfach über die Haut auf – deshalb ist es wichtig, dass du nicht deinen ganzen Körper mit Kleidung bedeckst, sondern zum Beispiel (wenn es warm genug ist) mit kurzen Ärmeln nach draußen gehst. Längere Spaziergänge an der frischen Luft oder gar ein Sportprogramm sind einige der wichtigsten Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit.

Mit Präparaten nachhelfen

Nicht immer haben wir in Deutschland Glück mit dem Wetter und können genug Vitamin D tanken. Viele vermuten deshalb bei Frühjahrsmüdigkeit Vitaminmangel und möchten dem entgegenwirken.  Ob du wirklich an einem Vitamin-D-Mangel leidest, solltest du zuerst mit deinem Arzt oder deiner Ärztin absprechen. In solchen Fällen können Präparate helfen, die Müdigkeit zu lindern. Wichtig dabei ist es, die vom Arzt oder der Ärztin empfohlene Dosis nicht zu überschreiten und die Präparate nicht zu lang einzunehmen. Merke: Viel Bewegung an der frischen Luft ist Präparaten wenn möglich vorzuziehen!

Gesunde Ernährung

Viel Wasser und viele Vitamine: Das sind die Grundvoraussetzungen, um gesund zu bleiben. Besonders wenn du von Frühjahrsmüdigkeit betroffen bist, solltest du zusätzlich darauf achten, viel Gemüse und Obst in deinen Speiseplan einzubauen. Verzichten solltest du auf zu fettige, salzige oder süße Gerichte. 

Eine gute Schlafhygiene

Schlaf hilft gegen Müdigkeit – so viel ist klar. Damit dieser besonders erholsam wird, solltest du darauf achten, dass du abends mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen nicht mehr in dein Handy oder deinen Laptop schaust und dass du in deinem Schlafzimmer gut lüftest. Besonders bei der Schichtarbeit ist es wichtig, dass du vor dem Schlafengehen abschaltest: zum Beispiel mithilfe einer Meditation, einem Entspannungsbad oder einem guten Buch.

Übrigens: Auch wenn du selbst nicht unter Frühjahrsmüdigkeit leidest, kann es gut sein, dass sie dir bei der Arbeit begegnet. Mehrheitlich betroffen sind nämlich nicht nur Frauen (60 % aller Frauen und 54 % aller Männer leiden unter den Symptomen), sondern auch Senior:innen. Bei der Arbeit im Alten- oder Pflegeheim kannst du also unsere Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit auch in die Pflege einbauen. Besonders Spaziergänge oder schon das Sitzen an der frischen Luft können Wunder wirken!

Biorhythmus: Leistungskurve & Tagesverlauf

Um Müdigkeit – und zwar nicht nur Frühjahrsmüdigkeit – vorzubeugen, solltest du deinen Biorhythmus kennen. Wenn du dich nach diesem richtest, wird dir dein ganzer Tag leichter fallen. Als Pflegekraft, die einer körperlich und mental anstrengenden Arbeit nachgeht und vielleicht sogar in Schichtarbeit arbeitet, ist es besonders wichtig, dass du deinen Körper und dessen Bedürfnisse verstehst.

Der Biorhythmus folgt einem Tagesverlauf, der einer Kurve ähnelt: Morgens wachst du auf und der Körper schüttet Hormone aus, um dich wach zu machen. Das bedeutet, dass du am Vormittag aufmerksam und produktiv bist. Es folgt das berüchtigte Mittagstief, in dem dein Körper die Energie für die Verdauung aufwenden muss. Am Nachmittag, wenn die Nahrung in Energie umgewandelt wurde, bist du wieder leistungsfähiger. Abends schließlich nimmt die Energie wieder ab und dein Körper schüttet Hormone aus, die dich müde machen. Auch wenn es deine Arbeit vielleicht nicht zulässt, dich nach diesem Rhythmus zu richten, ist es wichtig, deinen Körper zu verstehen und auf ihn zu hören. Hast du die Möglichkeit dazu, kannst du es vielleicht sogar einrichten, dass du anspruchsvollere Aufgaben auf den Vormittag und Nachmittag legst und im Mittagstief lieber Routineaufgaben erledigst. 

Schichtarbeit steht diesem natürlichen Biorhythmus entgegen und macht deshalb auch müde. Trotzdem kannst du einiges tun, um deinen Körper so gut wie möglich daran zu gewöhnen. Zum Beispiel auch am Wochenende zur selben Zeit aufzustehen und schlafen zu gehen wie unter der Woche. Zwei bis drei Tage vor Schichtwechsel solltest du zudem beginnen, immer ein wenig später zu Bett zu gehen und dich so langsam umzugewöhnen. Keine gute Idee: Zu viel Kaffee! Der hilft zwar beim Wachbleiben, ist aber auch hinderlich für den Schlaf. 

Lass dir von der Frühjahrsmüdigkeit nicht die Laune verderben! Früher oder später gewöhnt sich dein Körper an die neue Jahreszeit und du bist wieder topfit für den Sommer. Sollte die Müdigkeit jedoch anhalten, solltest du auf jeden Fall eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, denn hinter anhaltender Erschöpfung können auch ernsthafte Ursachen wie eine Schilddrüsenfehlfunktion, eine Mangelerscheinung wie Eisenmangel oder gar eine psychische Erkrankung wie eine Depression stecken.  
 

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