Drei lachende Pflegekräfte

Verfasst von Sarah Derkaoui. Veröffentlicht am 05.05.2022.

Gute Arbeitgeber in der Pflege – daran kannst du sie erkennen!

5 Kriterien, an denen du gute Arbeitgeber erkennst

Gute Arbeitgeber in der Pflege – es gibt sie, das wissen wir. Nur: Wenn du dich für oder gegen ein neues Jobangebot entscheidest, wäre es ganz günstig, ein paar handfeste Kriterien zu haben, an denen du einen guten Arbeitgeber erkennen kannst. Wir zeigen dir, worauf du achten solltest.

5 Punkte, die gute Arbeitgeber in der Pflege ausmachen

Im Jahr 2030 werden laut Prognosen der Bertelsmann-Stiftung etwa 500.000 Pflegefachkräfte fehlen. Das klingt schlimm. Aber: Der Fachkräftemangel in der Pflege hat einen großen Vorteil für Pflegefachpersonal. Weil die Nachfrage so groß ist, kannst du bei der Jobsuche nämlich meist wählerisch sein. 

Im Wettbewerb um qualifizierte Pflegekräfte ergreifen viele Arbeitgeber Maßnahmen, um ihre Attraktivität für Bewerber zu steigern. Wir haben 5 Punkte für dich zusammengefasst, an denen du gute Arbeitgeber in der Pflege erkennen kannst.

1. Kommunikation und Mitbestimmung werden großgeschrieben


Vertrauen – so lautet hier das Stichwort. Gerade, wenn du bereits Erfahrungen in Einrichtungen gesammelt hast, in denen neue Ideen und Verbesserungsvorschläge im Keim erstickt werden, steht eine offene Atmosphäre sicher ganz weit oben auf der Liste deiner Kriterien für einen neuen Arbeitgeber.

Positive Veränderungen entstehen, wenn Arbeitgeber eine offene Kommunikation fördern und es ihren Mitarbeitern ermöglichen, sich mit ihrer fachlichen Expertise in pflegerelevante Entscheidungsprozesse einzubringen. Davon profitierst sowohl du als Pflegefachkraft, auch die Bewohner:innen oder Patient:innen. 

So erkennst du, ob der Arbeitgeber dieses Kriterium erfüllt:



  • Checke die sozialen Medien: Findet über den Social-Media-Auftritt deines Wunsch-Arbeitgebers eine fruchtbare Interaktion zwischen Mitarbeiter:innen und Unternehmen statt? Wie reagieren Mitarbeiter auf gepostete Beiträge und Fotos? 

  • Hole dir echte Meinungen ein: Gibt es in deinem Bekanntenkreis jemanden, der bereits für diesen Arbeitgeber tätig ist? Perfekt – denn so erfährst du aus erster Hand, ob die interne Kommunikation von Respekt geprägt ist und ob unabhängiges Denken geschätzt wird.

  • Teste es im Vorstellungsgespräch aus: Wenn du es ganz genau wissen willst, kannst du dein Vorstellungsgespräch nutzen, um deinen Standpunkt zu Standards der Qualitätssicherung und Personalbesetzung höflich zu vertreten. Die Reaktion deines Gegenübers liefert gute Hinweise darauf, wie es in der Einrichtung um diese Punkte steht. 


2. Der Arbeitgeber legt Wert auf Weiterentwicklung und Mitarbeiterförderung


Ein Arbeitgeber, der seine Verantwortung gegenüber Patient:innen und Mitarbeiter:innen ernst nimmt, sieht Fort- und Weiterbildungen als Bereicherung für den eigenen Betrieb. Solche Arbeitgeber wissen: Der Berufsalltag macht einfach viel mehr Spaß, wenn man dazu ermutigt wird, seine beruflichen Kompetenzen zu stärken und die neu erworbenen Erkenntnisse ins Unternehmen einzubringen. 

So erkennst du, ob der Arbeitgeber dieses Kriterium erfüllt:



  • Scanne die Website und den Social-Media-Auftritt: Vor dem Vorstellungsgespräch ist es sinnvoll, dich ein wenig auf der Website deines potentiellen Arbeitgebers umzusehen. Gute Arbeitgeber in der Pflege feiern die Kompetenzerweiterungen ihrer Mitarbeiter, indem sie ihnen öffentlich gratulieren oder etwa auf der eigenen Website über die Teilnahme an Fortbildungen berichten. 

  • Erkundige dich nach externen Fort- und Weiterbildungen: Im Vorstellungsgespräch hast du die Möglichkeit, direkt nach der Unternehmenspolitik in Bezug auf Fort- und Weiterbildungen zu fragen. Weicht der Arbeitgeber diesen Fragen aus, ist das eher ein schlechtes Zeichen. 


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3. Es findet ein interdisziplinärer Austausch auf Augenhöhe statt


Wenn du schon eine Weile in der Pflege tätig bist, hast du wahrscheinlich auch schon erlebt, dass in vielen Einrichtungen ein hierarchisches Gefälle zwischen Medizinern und Pflegekräften existiert. Was letztendlich wie zu geschehen hat, entscheidet dort die Ärzteschaft – allein. Interdisziplinärer Austausch? Fehlanzeige!

So erkennst du, ob der Arbeitgeber dieses Kriterium erfüllt:

  • Gibt es Arbeitszeitkontingente für interdisziplinäre Fallbesprechungen? Gute Arbeitgeber in der Pflege treffen Entscheidungen immer im Hinblick auf Patientenwohl und Mitarbeiterzufriedenheit. Ein interprofessioneller Austausch ist dafür die Voraussetzung. Durch direktes Nachfragen im Vorstellungsgespräch findest du heraus, wie und ob interdisziplinäre Teams miteinander kommunizieren.

  • Wie sieht der Arbeitgeber die Rolle des Pflegefachpersonals? Stellt sich schon im Vorstellungsgespräch heraus, dass die Einrichtung Pflegekräfte vor allem als Zuarbeiter der Ärzteschaft betrachtet, ist ein Austausch auf Augenhöhe mit der Medizin eher unwahrscheinlich. 


4. Gute Arbeitgeber in der Pflege lassen kein Mobbing zu

Mal ehrlich: Die Stimmung unter den Kollegen und Kolleginnen ist eines der wichtigsten Kriterien für oder gegen eine Arbeitsstelle. Gerade in der Pflege gilt das umso mehr. Hier ist man oft unter Druck und muss täglich viele schwierige Situationen meistern, in denen die Nerven manchmal bis kurz vor dem Zerreißen gespannt sind. 

Wer einmal erlebt hat, wie viel ein wertschätzendes, respektvolles und unterstützendes Arbeitsklima für den Berufsalltag in der Pflege ausmacht, weiß, wie wichtig es für das eigene emotionale Wohlbefinden ist.

So erkennst du, ob der Arbeitgeber dieses Kriterium erfüllt:

  • Achte auf die Stimmung in der Einrichtung: Meist täuscht unser erster Eindruck nicht. Es kann deshalb hilfreich sein, beim ersten Besuch der Einrichtung die Atmosphäre unter die Lupe zu nehmen. Wie gehen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen miteinander um? Wie ist das Klima zwischen Bewohnern und Patienten auf der einen und Pflegekräften auf der anderen Seite? 

  • Sei aufmerksam beim Rundgang nach dem Vorstellungsgespräch: Wie begegnen dir deine potentiell zukünftigen Kolleginnen und Kollegen? Fühlst du dich willkommen? Kein gutes Zeichen wäre es etwa, wenn Mitarbeiter über Abwesende lästern oder schon mal vorsorglich den Eindruck vermitteln, dass sie dich eigentlich gar nicht brauchen.

  • Finde heraus, was der Arbeitgeber für ein gutes Teamklima tut: Bietet der Arbeitgeber Kurse und Schulungen zur Gestaltung eines positiven Arbeitsklimas an? Gibt es Veranstaltungen von und für die Mitarbeiter, die den Zusammenhalt stärken und die Mitarbeiterzufriedenheit steigern sollen? Welchen Stellenwert hat das psychische Wohlbefinden der Mitarbeiter für die Einrichtung?

Wie kann dich dein Arbeitgeber unterstützen?

Informiere dich hier über verschiedene Einrichtungen und wie sich dich mit Weiterbildungen, in gesundheitlichen Themen oder im Privatleben unterstützen können.

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5. Faire Vergütung und klare Dienstplangestaltung


Klar, dass dieser Punkt auf der Liste nicht fehlen darf. Die gute Nachricht: Du darfst deine Gehaltsforderung ruhig etwas höher ansetzen, denn qualifiziertes Pflegefachpersonal ist nun mal Mangelware – das weiß auch dein zukünftiger Arbeitgeber. 

Gute Arbeitgeber in der Pflege haben außerdem erkannt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Kriterium für die Arbeitgeberattraktivität ist. Verlässliche Dienst- und Urlaubspläne sowie das Recht auf Frei sind unentbehrliche Voraussetzungen für die Familienfreundlichkeit deines neuen Pflegejobs.

So erkennst du, ob der Arbeitgeber dieses Kriterium erfüllt:

  • Sprich dein Wunschgehalt direkt an: Nur Mut, das Vorstellungsgespräch ist der ideale Zeitpunkt, deinem Arbeitgeber deine Gehaltswünsche mitzuteilen. Die anschließende Reaktion verrät viel. Wirst du vertröstet oder wird deine Frage gar übergangen? Dann sollten die Alarmglocken läuten. Wenn dein Arbeitgeber allerdings das Gespräch sucht und verhandlungsbereit ist, hast du bereits viel erreicht.

  • Frage nach der Dienstplangestaltung: Auch hier solltest du im Vorstellungsgespräch kein Blatt vor den Mund nehmen – schließlich geht es um dein Wohlbefinden. Stehen Dienste mindestens 14 Tage im Voraus fest? Werden Springer oder Kollegen in Rufbereitschaft eingesetzt, um kurzfristige Ausfälle zu handhaben? Hake hier lieber doppelt nach, um böse Überraschungen zu vermeiden. Vor allem, wenn du bereits bei Einrichtungen gearbeitet hast, für die das Einspringen aus dem Frei normal ist, solltest du hier auf Nummer Sicher gehen.


Fazit: Gute Arbeitgeber in der Pflege schätzen ihre Mitarbeiter

Professionelle Pflege kann nur funktionieren, wenn Mitarbeiter engagiert und zufrieden sind. Doch qualifizierte Pflegekräfte sind rar: Allein in der Altenpflege fehlen aktuell über 30.000 Fachkräfte – und es werden jedes Jahr mehr. Gute Arbeitgeber in der Pflege wirken dieser Entwicklung entgegen, indem sie Maßnahmen zur Mitarbeiterzufriedenheit in den Mittelpunkt stellen und das emotionale Wohlbefinden ihres Pflegepersonals ernst nehmen.

Davon kannst du als Pflegekraft profitieren. 5 besonders wichtige Punkte, an denen du gute Arbeitgeber in der Pflege erkennen kannst, haben wir dir in diesem Artikel vorgestellt. Einen wichtigen Tipp haben wir allerdings noch: Höre im Zweifelsfall auf dein Bauchgefühl – es ist oft das zuverlässigste Entscheidungskriterium!