Arzt und Ärztin

Verfasst von Laura Hörner. Veröffentlicht am 13.01.2021.

Liebe am Arbeitsplatz: Zwischen Frust und Lust

Wie viel Flirten ist erlaubt?

Wer sich gerne Krankenhausserien ansieht, der weiß, wie aufregend die Liebe am Arbeitsplatz sein kann: Drama, Herzschmerz und Intrigen gibt es nicht nur im Vorabendprogramm oder bei Grey's Anatomy, sondern auch im echten Pflegealltag. Leider ist das Happy End hier aber nicht immer garantiert - stattdessen hat die Realität einige Fallstricke und Fettnäpfchen auf Lager, auf die du vorbereitet sein solltest, wenn du dich in eine Kollegin oder in einen Kollegen verliebst. Wir zeigen dir, wie du mit der Affäre am Arbeitsplatz professionell umgehst und die Romantik trotzdem nicht auf der Strecke bleibt. 
 

Verbotene Liebe: Gibt es das wirklich?

Es gibt fast kein größeres Klischee als das des Arztes, der eine Affäre mit der Krankenschwester beginnt. Natürlich kommt auch das vor, möglich sind aber alle Konstellationen – denn die Liebe fällt bekanntlich hin, wo sie will. Bleibt nur noch die Frage: Wie legal ist es denn, einen Flirt mit einem Kollegen oder einer Kollegin zu beginnen, die vielleicht sogar in einer höheren Position ist? In Deutschland ist solch eine Beziehung gar kein Problem, denn das Gesetz kann dir nicht vorschreiben, in wen du dich verliebst oder mit wem du eine Affäre beginnst. Und auch der Arbeitgeber hat hier herzlich wenig zu sagen.
 

Denn Klauseln im Arbeitsvertrag, wonach Beziehungen am Arbeitsplatz untersagt sind, sind nicht rechtskräftig.


Also freie Fahrt für Schäferstündchen im Bereitschaftsraum? So einfach ist es leider auch nicht, denn natürlich könnt ihr euch als Paar nicht mehr herausnehmen als die anderen Kollegen. Vernachlässigt ihr also wiederholt eure Pflichten und verbringt die Arbeitszeit lieber miteinander als mit euren Patienten, kann das durchaus zur Kündigung führen. Ein sehr sensibles Thema ist auch die Bevorzugung des Partners. Ein Flirt mit einer Vorgesetzten kann für diese schnell gefährlich werden, wenn sie dir bestimmte Freiheiten gewährt, die sie anderen vorenthält. Auch dann kann nämlich die Kündigung drohen. Tabu sind Affären und Beziehungen mit Azubis, denn hier kann ein Abhängigkeitsverhältnis bestehen – bei einer Anzeige hat der Auszubildende dann oft schlechte Karten, auch wenn die Beziehung zum damaligen Zeitpunkt einvernehmlich war. Versuche also, solche Affären immer kritisch zu betrachten und denke auch daran, was passieren könnte, wenn die Beziehung auseinandergeht. 
 

Wenn der Flurfunk die Romantik zerstört

Der Flirt am Arbeitsplatz bringt dir vor allem eins ein: eine Menge Gerüchte. Wenn du schon länger in der Pflege arbeitest, dann weißt du wahrscheinlich, dass sich Klatsch in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern verbreitet wie ein Lauffeuer. Was also tun, wenn missgünstige Kollegen mit schnippischen Bemerkungen um die Ecke kommen? Experten sagen: Es am besten gar nicht so weit kommen lassen. Ein Flirt mit dem Kollegen und vor allem mit dem Chef birgt immer Konfliktpotenzial im Team, weshalb ihr Zuneigungsbekundungen am besten auf eure Freizeit beschränkt und mögliche Gerüchte konsequent abweist, indem ihr auf eure Privatsphäre verweist. Versucht die Sache positiv zu sehen: Das kann euer Verhältnis nämlich noch aufregender machen und gleichzeitig riskiert ihr keine Probleme bei der Arbeit. 
 

Wird es zwischen euch beiden ernst, ist ein Versteckspiel aber natürlich keine Option mehr.


Bahnt sich eine Beziehung an, solltet ihr diese offen kommunizieren, ohne darüber großes Aufhebens zu machen. Verhaltet euch Kollegen und vor allem auch Patienten gegenüber weiterhin professionell: Zwar solltet ihr euch nicht verstellen und so tun als würdet ihr euch praktisch nicht kennen, Küsse oder sonstige Berührungen gehören aber nicht in den OP-Saal, das Krankenzimmer oder die Intensivstation. 
 

Krankenhaus Waldfriede e. V.
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Alle Informaionen auf einen Blick

Es wird ernst: So hältst du eine Beziehung am Arbeitsplatz aufrecht 

Könnt ihr die Finger nicht voneinander lassen und euch nicht mehr auf die Arbeit konzentrieren, kann es eine gute Idee sein, eure Chefs darauf anzusprechen. Vielleicht könnt ihr auf verschiedene Stationen verlegt werden und euch so tagsüber weniger sehen. Das ist kann übrigens auch ganz ohne euer Zutun geschehen – der Vorgesetzte hat nämlich das Recht, euch innerhalb der Einrichtung zu verlegen oder gar an einen anderen Standort zu schicken, wenn er Bedenken wegen eurer Beziehung hat. Die Voraussetzung dafür ist natürlich, dass ihr dadurch nicht schlechter gestellt werdet, indem ihr zum Beispiel weniger Gehalt bekommt oder eine niedrigere Position besetzen müsst. 
 

Generell ist es immer eine gute Idee, Privates von der Arbeit zu trennen.


Den ganzen Tag eng zusammenzuarbeiten, kann eure Beziehung ganz schön auf die Zerreißprobe stellen, vor allem, wenn ihr auf verschiedenen Hierarchieebenen arbeitet. Versucht also, euch bei der Arbeit auf euer Ding zu konzentrieren, übernehmt unterschiedliche Schichten, arbeitet lieber mit anderen Kollegen zusammen und macht mit diesen Pause oder nehmt unterschiedliche Arbeitswege. Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Manche Paare arbeiten sehr gut zusammen und blühen mit dem Partner geradezu auf. Seid aber ehrlich zu euch selbst und versucht nicht, etwas zu erzwingen. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn es eine klare Trennung gibt und ihr euch bei der Arbeit aus dem Weg geht. 
Auch gegenüber den Arbeitskollegen solltet ihr diese Trennung vornehmen. Zu viele Details aus eurem Privatleben können schnell zu Klatsch und Tratsch führen und gerade die Kollegen, die mit eurer Beziehung nicht besonders glücklich sind, könnten es schnell ausnutzen, wenn es bei euch einmal nicht so gut läuft. Gerade in dieser Hinsicht ist also Diskretion angesagt.
 


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Unglücklich verliebt am Arbeitsplatz – Was nun?

Gerade in der Pflege ist eine enge Zusammenarbeit mit den Kollegen sehr wichtig. Im Ernstfall hängen sogar Leben davon ab, dass ihr konzentriert bei der Sache und perfekt koordiniert seid. Das klappt allerdings nicht, wenn du abgelenkt bist – zum Beispiel von dem attraktiven Pfleger, auf den du ein Auge geworfen hast. Der ist natürlich glücklich verheiratet, hat vier Kinder und grüßt dich morgens nicht einmal. Unglücklich verliebt zu sein, ist nicht schön, und noch schlimmer ist es, wenn du deinem Schwarm jeden Tag über den Weg läufst. 
Wenn du in dieser Situation bist, gibt es leider kein Patentrezept.
 

Bevor du jedoch überstürzte Entscheidungen triffst, ist es ein guter Rat, erst einmal abzuwarten. Konzentriere dich auf die negativen Eigenschaften deines Auserwählten und versuche realistisch einzuschätzen, ob du wirklich verliebt bist, oder ob du dich einfach nur ein wenig verguckt hast.


Bist du dir sicher, dass du tatsächlich verliebt bist, kann es eine gute Lösung sein, die Station oder gar den Arbeitgeber zu wechseln. Denn auf Dauer quälst du dich sonst nur selbst. Ebenfalls helfen kann es, wenn du dich mit der Kollegin oder dem Kollegen aussprichst und ihr oder ihm von deinen Gefühlen erzählst – auch wenn dieser vergeben ist. Allein schon die Aussprache kann dir helfen, darüber hinwegzukommen. Das ist jedoch eher dann zu empfehlen, wenn ihr euch besser kennt oder gar befreundet seid. Höre auf dein Gefühl und entscheide selbst, ob es sinnvoll ist, das Thema anzusprechen, oder ob du diese Angelegenheit lieber mit dir selbst regelst.

Im Pflegealltag arbeitest du intensiv mit deinen Kolleginnen und Kollegen zusammen: Da ist es fast unausweichlich, dass es zwischen dem ein oder anderen einmal funkt. Ganze 30% der Deutschen geben an, sich schon einmal am Arbeitsplatz verliebt zu haben. Allein bist du also mit deiner Schwärmerei nicht. Damit es auch mit der Beziehung klappt, müssen aber beide mitspielen. Wie das so ist im Leben, ist das jedoch oft nicht der Fall und auch wenn deine Liebe unerwidert bleibt, musst du damit professionell umgehen. Im schlimmsten Fall hilft nur der Wechsel auf eine andere Station oder zu einem anderen Arbeitgeber.
 

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