Ohne Schichtdienst in der Pflege arbeiten?

Verfasst von Elisabeth Felde. Veröffentlicht am 09.12.2020.

Pflege ja – Schichtdienst nein?

Diese Möglichkeiten haben Pflegekräfte

Sobald man sich für eine Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann entscheidet, ist einem in den meisten Fällen schon bewusst, dass diese Tätigkeit in Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen und auch in ambulanten Pflegediensten Schichtarbeit bedeutet. Mit einer guten Organisation – d.h. so wenig Früh-Spät-Wechsel wie möglich, festen Nachtschwestern für den Nachtdienst und klaren Absprachen innerhalb des Teams – kann die Bewältigung der Schichtarbeit vereinfacht werden. Trotzdem gibt es Pfleger und Pflegerinnen, die sowohl psychisch als auch physisch unter den wechselnden Arbeitszeiten und dem gleichzeitigen Umfang leiden. Gibt es dennoch Möglichkeiten, auch ohne Schichtdienst in der Pflege tätig zu sein?

Schichtdienst: Gesundheitliche Folgen

Um fünf Uhr aufstehen, arbeiten, nach Hause kommen, sich dann noch um den Haushalt kümmern oder Kinder versorgen? In der Woche darauf bis 21 Uhr im Spätdienst, dann früh aufstehen, um den privaten Alltag zu managen?  Darauf folgt ein Monat mit Nachtschichten? Zwischendurch muss du mal mit einem Kollegen Schichten tauschen und schnell folgen noch aufeinanderfolgende Früh- Spät-Schichtwechsel? Vielleicht kommt dir das bekannt vor. Für junge Pflegekräfte ist das meist kein Problem – Je länger man jedoch im Schichtdienst arbeitet, umso geringer werden die psychischen und physischen Ressourcen. Wenn man im privaten Alltag zusätzlich viel zu tun hat oder an körperlichen Einschränkungen oder Erkrankungen leidet, hält man den Schichtdienst als Krankenschwester oder Krankenpfleger nicht lange durch.

Burnout, Einschränkungen im Bewegungsapparat, extreme Kopfschmerzen, Verdauungs- oder Herz-Kreislauf-Probleme können mögliche Folgen der Überlastung durch Schichtarbeit in Kombination mit körperlicher und geistiger Anstrengung sein.

Natürlich gibt es auch Pfleger, die sehr gut mit den Arbeitszeiten klarkommen und mit ihrem Privatleben vereinbaren können. Wie der Schichtdienst empfunden wird, ist von Person zu Person sehr unterschiedlich.

Wissen, was einen erwartet

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Wege aus der Schichtarbeit

Viele fühlen sich der Schichtarbeit ausgeliefert. In Pflegeberufen hinterfragt man den Schichtdienst selten, da Patienten rund um die Uhr betreut werden müssen, insbesondere im Krankenhaus. Es gibt trotzdem Wege und Jobs aus der Schichtarbeit, ohne aus dem pflegerischen Bereich auszutreten:

  • Man kann innerhalb einer Einrichtung/Betriebsintern die Position wechseln. Bereiche, in denen Schichtdienst unüblich ist, sind z.B. der Funktionsdienste wie Endoskopie und die Dialyse
  • Wer für ambulante Pflegedienste oder eine Tagespflege arbeitet, kann die Arbeitszeiten im Beruf flexibler beeinflussen. Mitunter fallen bei einigen ambulanten Pflegediensten am Wochenende keine Dienste an, da Verwandte des Patienten die pflegerischen und betreuerischen Maßnahmen übernehmen. Trotzdem können die Regelungen bei unterschiedlichen Arbeitgebern und Einrichtungen variieren.
  • Als Mitarbeiter in einer Facharztpraxis, Prüfer/Kodierfachkraft für den medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) kann man ebenfalls unbequeme Arbeitszeiten vermeiden.
  • Auch eine Umschulung oder Weiterbildung kein ein Weg aus der Schichtarbeit sein.

Während es Positionswechsel gibt, die ohne eine erneute oder weitere Ausbildung, Fortbildung oder Weiterbildung möglich sind, müssen bei anderen Stellen Umschulungen oder Weiterbildungen absolviert werde, um im entsprechenden Bereich arbeiten zu können:

  • Weiterbildung zur arbeitsmedizinischen Assistenz: Als arbeitsmedizinische Assistenz unterstützt man Betriebs- und Werksärzte bei Aufgaben der arbeitsmedizinischen Beratung, Prävention und Versorgung
  • Weiterbildung zur Abteilungsleitung in der Pflege: Als Abteilungsleitung arbeitet man meist im Regeldienst und nicht im Schichtdienst
  • Bei einem entsprechenden Bildungsabschluss besteht die Möglichkeit eines weiterführenden Studiums im Bereich Pflegewissenschaften oder im Pflegemanagement. Anschließend kann man eine leitende Position z.B. im Pflegemanagement einnehmen oder als Stationsleitung.
  • Umschulung zum Pflegeberater: Anschließend kann bei Krankenkassen oder berufsspezifischen Beratungsstellen gearbeitet werden

Es gibt einige spannende Möglichkeiten, in der Pflege oder im medizinisch-gesundheitlichen Bereich tätig zu werden, ohne hauptsächlich im Schichtdienst arbeiten zu müssen. Gerade für ältere und psychisch und physisch eingeschränkte Pflegefachkräfte gewinnen diese Berufe an Bedeutung. 
 

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