tätowierte Krankenschwester

Verfasst von Elisabeth Felde. Veröffentlicht am 21.12.2020.

Tätowiert, gepierct & gutaussehend

Was ist in der Pflege erlaubt?

Egal ob Besucher, Angestellte, Handwerker, Reinigungskräfte oder andere Personen, die sich regelmäßig im Krankenhaus oder im Pflege- und Altenheim aufhalten: Jeder hat sich an gewisse Verhaltensregeln zu halten. Je nach Personengruppe gibt es mehr oder weniger Punkte, die man beachten muss. Als Besucher sollte man vor allem Hygieneregeln und die Hausordnung beachten. Gleiches gilt natürlich auch für Mitarbeiter, insbesondere Pflegekräfte – was sollte darüber hinaus ebenfalls beachtet werden?

 

Aussehen der Pfleger: Arbeitskleidung

In der Regel wird die Arbeitskleidung für Pflegekräfte gestellt. Sie ist sowohl farblich als auch vom Schnitt her normalerweise unauffällig.
 

Der wichtigste Aspekt ist, dass sie bequem ist. Sprich, man kann sich uneingeschränkt bewegen, Schweiß wird nicht direkt abgelagert und es ist durch die Kleidung ersichtlich, dass man es mit einer Pflegekraft zu tun hat. Die Kleidung wird von der Einrichtung gestellt und ist für alle Pflegekräfte einheitlich.


Sie soll nicht für den privaten Gebrauch verwendet werden und wird im Idealfall auch im Krankenhaus gewaschen. Im Idealfall erhalten Pflegekräfte mehrere Ausführungen ihrer Dienstkleidung, sodass diese immer wenn nötig gewechselt werden kann und kein Engpass besteht.
Einige Arbeitgeber händigen nur eine überschaubare Anzahl an Dienstkleidungs-Sets aus und auch die Reinigung wird häufig den Pflegekräften privat überlassen. Hier lohnt es sich, das Gespräch mit der verantwortlichen Person zu suchen und auf diesen Missstand hinzuweisen. Insbesondere saubere und frische Arbeitskleidung sollten für jede Pflegekraft zur Verfügung stehen.
 


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Tattoos und Piercings in der Pflege?

Offiziell sind Piercings Schmuckstücke. Nicht sichtbare sind für den Pflegealltag irrelevant, da sie weder einen Störfaktor noch eine hygienische Einschränkung darstellen.
 

Lediglich bei einer Rötung oder Schwellung, verursacht durch das Piercing, sollte dieses entfernt werden, da dies auf angesammelte Erreger, die zu der Entzündung geführt haben, zurückgeführt werden könnte.


Piercings in Form eines Rings (beispielsweise in der Nase oder im Ohr) müssen entnommen werden, da sich dort einerseits Keime gut ansammeln können und andererseits sie ein gewisses Risiko bei der Arbeit mit sich bringen können, wenn beispielsweise Kinder oder Demenzkranke danach greifen.
 

Tattoos hingegen sind vollkommen unbedenklich.


Früher wurden sie nicht gerne gesehen, da insbesondere ältere Patienten Vorurteile gegenüber stark tätowierten Pflegekräften hatten. Heutzutage gelten Tattoos als modern, künstlerisch und sind weit verbreitet. Auch die Akzeptanz auf Arbeitgeberseite hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt, sodass (sichtbare) tätowierte Pflegekräfte keine Nachteile fürchten müssen. Vorausgesetzt natürlich, dass das Tattoo keine verstörenden oder verbotene  Motive oder Inhalte enthält.
 

Weniger ist mehr: Schmuck und Fingernägel

Wie sieht es mit anderen Schmuckstücken, Make up und den generellen Hygienemaßnahmen für Pflegekräfte aus?
 

Die Fingernägel sollten kurz und unlackiert sein.


Lackierte oder künstliche Fingernägel fördern die Ansiedlung pathogener Erreger und Pilze und vor allem lange Nägel erhöhen die Verletzungsgefahr sowohl für die Pflegekraft als auch für den Patienten oder Bewohner. Grundsätzlich schreibt die DGKH (Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene) hierzu vor, dass bei allen Tätigkeiten, die eine Händedesinfektion erfordern, keine Ringe, Armbänder oder Uhren getragen werden dürfen. Diese Schmuckstücke verschlechtern die Wirksamkeit der Händedesinfektion. Desinfektionsmittel, die an den Schmuckstücken hängen bleiben, können zu Hautirritationen führen und ähnlich wie bei Piercings besteht auch hier die Gefahr, dass ein Patient versucht, an dem Armband oder der Kette zu ziehen.
 


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Bunte Haare & eine lange Mähne

Hauptsache es entspricht den Hygieneregeln – dieser Leitsatz gilt auch für die Haarpracht, die man auf dem Kopf trägt und den Bart, den einige Männer sich stehen lassen. Für lange Haare allgemein gilt, dass diese während des Dienstes zusammengebunden werden sollten. Ob sie bunt gefärbt oder ungewöhnlich geschnitten sind, ist heutzutage nicht mehr von Bedeutung.
 

Insbesondere in sozialen Berufen spielen Äußerlichkeiten kaum noch eine Rolle. Vielmehr stehen hier Empathie und der professionelle Umgang mit Menschen im Vordergrund.


Zudem wird ein unkonventionelles Aussehen auch von älteren Menschen häufiger als gedacht akzeptiert und bietet immer einen Grund für ein nettes und interessiertes Gespräch zwischen Pflegekraft und Patient beziehungsweise Bewohner.
 

Äußerlichkeiten spielen in der Pflege nur eine untergeordnete Rolle. Ein gepflegtes Auftreten, dass Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern erwarten, betrifft insbesondere im Gesundheitsbereich die Aspekte, die aus hygienischen Gründen wichtig sind. Darüber hinaus sollten sich Pflegekräfte keine Gedanken machen, wie ihr Arbeitgeber grundsätzlich zu Tattoos, Piercings oder einer ungewöhnlichen Frisur steht.
 

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