Ein Pfleger geht mit einer Frau, die an Krebs erkrankt ist

Verfasst von Laura Hörner. 

Weiterbildung Onkologie: Die Ausbildung im Überblick

Wie du zum Pflegeexperten in der Onkologie wirst

Fast jeder kennt einen Menschen in seiner Familie, seinem Freundes- oder seinem Bekanntenkreis, der an Krebs erkrankt ist. Obwohl in diesem Gebiet sehr viel Forschung betrieben wird, sind zahlreiche Tumorarten nur schwer zu behandeln und verzeichnen noch immer eine hohe Sterblichkeitsrate. Dazu kommt, dass unter anderem aufgrund der Alterung der Bevölkerung auch die Zahl der neu diagnostizierten Krebserkrankungen immer mehr zunimmt. Um die Patientinnen und Patienten zu versorgen, werden Fachkräfte mit einer Fachweiterbildung in Onkologie und Palliativpflege benötigt, die bei der Behandlung und der Rehabilitation mit viel Fachwissen unterstützen. Wie du mithilfe einer Weiterbildung die Onkologie-Pflege verbessern kannst und welche Inhalte dich in der Onkologie-Ausbildung erwarten, erfährst du hier!

Pflege in der Onkologie: So sieht der Arbeitsalltag aus

Nach einer onkologischen Fachweiterbildung arbeitest du in einer entsprechenden Abteilung und hast es fast ausschließlich mit Tumorpatient:innen zu tun. Da Krebserkrankungen und deren Therapien starke Symptome beziehungsweise Nebenwirkungen mit sich bringen, kümmerst du dich darum, diese zu lindern und Begleiterscheinungen vorzubeugen. 

Onkologische Pflegemaßnahmen können im Alltag sehr unterschiedlich aussehen. Zum Beispiel unterstützt du die Patientinnen und Patienten, wenn sie an Schmerzen oder Übelkeit leiden, du kümmerst dich im Rahmen der onkologischen Fachpflege um deren Ernährung und Hautpflege, du hilfst ihnen, wenn sie nicht mehr mobil oder in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. 

Neben den behandelnden Ärztinnen und Ärzten bist du nach deiner Onkologie-Fortbildung Ansprechpartner:in für die Patient:innen, wenn es um ihre Behandlung und Pflege geht. Als Fachkrankenpfleger:in in der Onkologie (früher auch onkologische Fachschwester genannt) unterstützt du sie mental, beantwortest Fragen und leistest auch psychologische Betreuung.

Fachweiterbildung Onkologie: Kosten & Dauer

Die Weiterbildung zur onkologischen Fachkraft ist meist sehr umfangreich und Lehrgänge können mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Meist handelt es sich jedoch um eine Dauer von zwei Jahren, wobei du nebenbei in Voll- oder Teilzeit arbeitest – also eine berufsbegleitende Weiterbildung. Entsprechend musst du auch mit relativ hohen Kosten rechnen. Ein Kurs kann dich je nach Dauer und Anbieter etwa 5.000 bis 7.000 Euro kosten, je nach Weiterbildung schwanken die Kosten aber und können so auch höher oder niedriger sein.

Diese Investition kann sich auf jeden Fall lohnen, wenn du berücksichtigst, dass die Weiterbildung dich fachlich weiterbringt und du dich in der Tiefe mit deinem Fachbereich und dessen Herausforderungen auseinandersetzen kannst. Außerdem kannst du im Anschluss auch ein höheres Gehalt erwarten. Möglicherweise bietet deine Einrichtung für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sogar ein günstigeres oder gar kostenloses Angebot an oder unterstützt dich finanziell in deinem Vorhaben. 

Onkologie-Fortbildung MFA: Weiterbildung gibt es nicht nur für Pflegekräfte

Nicht nur die Pflege in der Onkologie ist anspruchsvoll, auch andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Fachbereich können sich entsprechend weiterbilden. So existiert eine Weiterbildung in Onkologie für MFA (medizinische Fachangestellte), in welcher du unter anderem lernst, wie du Ärztinnen und Ärzte in der Onkologie bei Behandlungen und im Tagesgeschäft unterstützt sowie mit Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen kommunizierst und diese psychosozial betreust. Zudem wird dir beigebracht, wie du Symptome, Schmerzen und den Stoffwechsel kontrollierst und zur Ernährung berätst. 

Die Weiterbildung zur Onkologie-MFA dauert in der Regel mindestens 120 Stunden und findet berufsbegleitend statt. Auf dem Stundenplan steht nicht nur Theorie, sondern auch ein Praktikum sowie eine Hausarbeit. Abgeschlossen wird die Weiterbildung zur MFA in Onkologie mit einem Kolloquium, also einer mündlichen Prüfung, in der das Gelernte abgefragt wird.

Weiterbildung in der Onkologie: Inhalte & Themen 

Du interessierst dich für eine Weiterbildung in Onkologie-Pflege – aber was lernst du dort überhaupt? Die Inhalte orientieren sich in aller Regel an den Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Demnach ist die Ausbildung in der Onkologie in einen praktischen Teil von mindestens 1.800 Stunden sowie einen theoretischen Teil von mindestens 720 Stunden (davon rund 200 Stunden zum Selbststudium) aufgeteilt.

Praktischer Teil der Onkologie-Weiterbildung

Deinen praktischen Teil verbringst du meist in deiner eigenen Einrichtung mit der Mitarbeit in folgenden Fachbereichen:

  • internistische Onkologie
  • chirurgische Onkologie
  • radiologische Abteilung

Dazu kommt ein Wahlteil, den du je nach Curriculum in mindestens zwei der folgenden Bereiche absolvieren musst: Hospiz, KMT-Einheit, palliative Versorgung, onkologische Rehabilitation, Urologie, Gynäkologie, Neurologie, Kieferchirurgie, HNO, onkologische Ambulanz oder in einer Rehabilitationsklinik. Zusätzlich ist auch die Mitarbeit in einer Einrichtung möglich, die alternative Heilmethoden für onkologisch erkrankte Patientinnen und Patienten anbietet.

Theoretischer Teil der Onkologie-Weiterbildung

Im theoretischen Teil der Weiterbildung erwarten dich Inhalte zu zahlreichen Fachbereichen und Behandlungsmöglichkeiten. Dazu gehört natürlich direkt der Bereich der Onkologie, zum Beispiel aber auch die Chirurgie, die Urologie, die Gynäkologie, die Neurochirurgie oder die Hämatologie. In all diesen Bereichen spielen Tumorerkrankungen eine große Rolle. Neben dem Basiswissen wirst du natürlich auch direkt in der onkologischen Pflege geschult. Dazu gehören zum Beispiel diese Themenfelder:

  • Alles rund um die Ernährung
  • Körperbildveränderungen
  • Rehabilitation
  • Chemotherapie und Strahlenbehandlung
  • Lymphdrainage
  • Wund- und Stomaversorgung
  • Poststationäre Versorgung
  • u.v.m

Neben den pflegerischen Themen wirst du auch in psychologischer Hinsicht weitergebildet und lernst, wie du mit Menschen in Ausnahmesituationen umgehst, wie du mit ihnen und ihren Angehörigen kommunizierst und onkologische Pflegeberatung leisten kannst und welche psychischen Prozesse sie aufgrund der Diagnose durchlaufen. Auch die Sterbebegleitung ist Teil der theoretischen Ausbildung. 

Übrigens: Wenn du dich innerhalb des Fachbereichs weiter spezialisieren möchtest, gibt es auch dafür einige Möglichkeiten. Du kannst zum Beispiel eine Kinderonkologie-Ausbildung machen, eine Weiterbildung in psychosozialer Onkologie absolvieren (dafür wird oftmals ein Studium vorausgesetzt) oder eine Fortbildung für integrative Onkologie besuchen.

Fachkrankenpflege Onkologie: Diese Voraussetzungen musst du mitbringen

Um eine Weiterbildung in der Onkologie zu beginnen, musst du bestimmte Bedingungen erfüllen. Hast du eine dreijährige pflegerische Ausbildung abgeschlossen und verfügst über eine Berufserlaubnis, kannst du schon einmal zwei wichtige Punkte abhaken. Zusätzlich solltest du bereits Erfahrung in der Pflege onkologischer Patienten und Patientinnen mitzubringen: in der Regel wird eine mindestens halbjährige oder einjährige vorherige Beschäftigung in einer onkologischen Abteilung vorausgesetzt.

Letzterer Punkt ist besonders wichtig, denn die Pflege von Onkologie-Patienten und -Patientinnen kann besonders belastend sein. Du solltest also nicht nur fachliche Erfahrungen gesammelt haben, wenn du dich für die Weiterbildung entscheidest, sondern dir auch bewusst sein, dass die Arbeit in diesem Bereich emotional viel von dir fordern kann. Oft wird von den Einrichtungen Seelsorge angeboten, die nicht nur von den Patientinnen und Patienten, sondern auch von den Pflegekräften in Anspruch genommen wird, um emotionale Unterstützung zu finden.

 

Für eine Pflege-Weiterbildung in der Onkologie oder eine Onkologie-Weiterbildung als MFA brauchst du neben deinen Fachkenntnissen und Fähigkeiten auch viel Einfühlungsvermögen und emotionale Stabilität. Du arbeitest mit Menschen zusammen, die oft von harten Schicksalsschlägen getroffen sind und für die es teilweise nur geringe Heilungschancen gibt. Umso schöner ist es dann natürlich, wenn du dazu beitragen kannst, dass eine Patientin oder ein Patient wieder gesund wird oder wenn du ihm oder ihr zumindest die Therapie so angenehm wie möglich machen kannst. 
 

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