Eine Pflegerin verbindet den Arm einer älteren Frau.

Verfasst von Laura Hörner. Veröffentlicht am 17.11.2022.

Wundmanager:in Weiterbildung zum Wundexperten

Alles zu Voraussetzungen, Dauer, Kosten & Inhalten der Weiterbildung

Die Versorgung von Wunden ist eine anspruchsvolle Aufgabe und verlangt von den Verantwortlichen viel Know-how. Werden in deiner Einrichtung häufig Menschen mit akuten oder chronischen Wunden behandelt und möchtest du dich in diesem Feld spezialisieren, dann ist die Ausbildung zum Wundmanager oder zur Wundmanagerin das Richtige für dich. Wer eine Wundmanager-Weiterbildung absolvieren kann, welche Aufgaben ein Wundmanager hat, wie viel die Weiterbildung kostet und vieles mehr erfährst du hier.

Aufgaben Wundmanager:in: So sieht der Berufsalltag aus 

Das Berufsbild des Wundmanagers oder der Wundschwester ist relativ selbsterklärend: Es geht darum, Wunden fachgerecht zu versorgen. Dazu gehören nicht nur solche Wunden, die durch Verletzungen entstanden sind, sondern vor allem auch chronische Wunden. Diese treten zum Beispiel infolge von Diabetes, rheumatischen Erkrankungen oder Durchblutungsstörungen auf und heilen nur sehr langsam oder gar nicht ab. 
Ziel des Wundmanagements ist es einerseits, die Wunde möglichst gut zu versorgen, damit diese schnell und ohne Komplikationen verheilt. Andererseits gehört auch die Dokumentation des Heilungsprozesses zu den Aufgaben eines Wundmanagers. 

Voraussetzung Wundmanagement: Wer darf Wundmanager:in werden?

Möchtest du dich in deinem Berufsalltag verstärkt auf die Versorgung und Dokumentation von Wunden konzentrieren, dann solltest du eine Wundmanagement-Ausbildung absolvieren. So weit, so gut – aber wer darf überhaupt Fortbildungen im Wundmanagement besuchen?
Prinzipiell eignen sich solche Angebote für die meisten medizinischen Fachkräfte. Möglich ist die Weiterbildung im Wundmanagement zum Beispiel für folgende Berufsgruppen:

  • Pflegefachkräfte
  • Ärzt:innen 
  • Apotheker:innen
  • Medizinische Fachangestellte
  • Heilpraktiker:innen
  • Podolog:innen
  • Operationstechnische Assistent:innen
  • Physiotherapeut:innen

Weitere formelle Voraussetzungen gibt es in der Regel nicht, wenn du eine Ausbildung zur Wundmanagerin oder zum Wundmanager beginnen möchtest. Selbstverständlich solltest du keine „Berührungsängste“ mit Wunden und Verletzungen haben und viel Einfühlungsvermögen sowie eine sorgfältige und gewissenhafte Arbeitsweise mitbringen, um deinen Patientinnen und Patienten gerecht zu werden. 

Als Wundmanager selbständig machen

Wundmanager und Wundschwestern arbeiten in der Regel in Festanstellung in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder in der ambulanten Versorgung. Doch auch die Selbständigkeit steht dir nach der Weiterbildung offen: Selbständige Wundmanager führen meist Hausbesuche durch oder werden bei Bedarf von unterschiedlichen Einrichtungen angefragt.

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Wundmanager-Weiterbildung: Dauer & Kosten der Fortbildung 

Wenn du dich für eine Ausbildung zum Wundmanager entschieden hast, dann musst du natürlich auch Zeit und Geld investieren. Im Gegensatz zu manch anderer Weiterbildung im Pflegebereich hält sich beides in diesem Fall jedoch in Grenzen: In der Regel hat ein Wundmanagement-Kurs einen Umfang von 56 Unterrichtseinheiten sowie zusätzlich 16 Stunden Hospitation. Nach dem erfolgreichen Abschluss bist du dann ein zertifizierter Wundmanager. Möglich ist es auch, einen Wundmanagement Online-Kurs zu absolvieren, bei welchem die Theoriestunden über einen Virtual Classroom stattfinden.

In jedem Fall solltest du darauf achten, dass es sich bei dem Kurs deiner Wahl um eine anerkannte Weiterbildung handelt. Empfehlenswert sind beispielsweise die ICW Wundmanagement Kurse der Initiative Chronische Wunden e.V. Als ICW Wundmanager verfügst du auch auf internationaler Ebene über einen Vorteil: Dies ist nämlich der einzige Kurs in Deutschland, der von der European Wound Management Association anerkannt ist. 
Die Wundmanager Weiterbildung ist mit Kosten verbunden. So musst du bei der ICW mit 900 € für die Qualifizierung rechnen. Beim TÜV Rheinland kostet die Weiterbildung 1.300 €. 

Übrigens: Als Synonym für den Wundmanager wird auch oft der Begriff Wundexperte genutzt. Dahinter verbirgt sich aber dieselbe Tätigkeit. Ob du also eine Weiterbildung zum Wundmanager oder Wundexperten machst, spielt keine Rolle. 

Diese Inhalte erwarten dich in der Wundmanagement-Weiterbildung

In deiner Ausbildung zum zertifizierten Wundmanager dreht sich alles um die Versorgung von Wunden. Die Fortbildung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, in welchem du die vielen Faktoren kennenlernst, die im Wundmanagement eine Rolle spielen. Dazu gehören unter anderem folgende:

  • Die Pflege der Haut
  • Unterschiedliche Arten von Wunden und deren Heilung 
  • Schmerzen
  • Hygienemaßnahmen
  • Dokumentation und Beurteilung von Wunden
  • Therapie und Prophylaxe für unterschiedliche Krankheiten (z.B. Ulcus Cruris oder Dekubitus)
  • Hospitation und Leistungsnachweise
  • Wundreinigung und -versorgung
  • Fallmanagement
  • Infektmanagement
  • Faktoren der Ernährung
  • Rechtliche Hintergründe
  • Finanzierung der Versorgung
  • Aufklärung der Patienten

Um deine Weiterbildung abzuschließen und deinen ersten Wundmanager-Job anzutreten, musst du im Anschluss an den theoretischen Unterricht und die 16-stündige Hospitation eine Prüfung bestehen. Diese setzt sich aus einer Klausur und einer Hausarbeit zusammen. Hältst du dein Zertifikat in der Hand, ist das aber noch nicht das Ende der Reise: Dieses ist “nur” fünf Jahre lang gültig und kann durch den regelmäßigen Besuch von Fortbildungen erneuert werden. 

Wundmanager Gehalt: So viel verdienen Wundschwestern und -manager

Eine Spezialisierung kommt im Idealfall auch immer mit mehr Geld einher. Natürlich kann nach einer Weiterbildung im Wundmanagement dein Gehalt steigen – schließlich hast du dir neue Fähigkeiten angeeignet, die dich für deinen Arbeitgeber wertvoller machen. Eine automatische Gehaltserhöhung solltest du jedoch nicht erwarten. Stattdessen kannst du Weiterbildungen im Wundmanagement in deiner nächsten Gehaltsverhandlung als Argument vorbringen. 

Wie hoch ein Wundmanager-Gehalt netto ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Natürlich macht es einen großen Unterschied, ob du eine Wundmanagement-Weiterbildung als MFA, als Pflegekraft oder als Ärztin absolvierst. Das Gehalt als Wundmanager hängt also sehr von deiner Vorbildung und deiner Berufserfahrung ab. Laut dem Portal Gehalt.de liegt ein durchschnittliches Wundmanager-Gehalt monatlich bei rund 3.550 € brutto. Je nach deiner individuellen beruflichen Situation kann dies aber stark variieren. Realistisch gesehen wird sich dein jetziges Gehalt nach der Weiterbildung nicht nennenswert erhöhen. 

 

Mit einer Wundmanager-Weiterbildung bist du bei Arbeitgebern gefragt. Die Gesellschaft wird immer älter und damit auch die Nachfrage nach Expertinnen und Experten in der Wundpflege. Denn besonders im Alter verheilen Wunden schlechter. Zudem sind Krankheiten wie Diabetes, die chronische Wunden verursachen, weiterhin auf dem Vormarsch. So wird es auch in Zukunft eine große Auswahl an Wundmanager-Stellenangebote geben.