Eine junge Ärztin steht in der Natur

Verfasst von Inga Beißwänger. Veröffentlicht am 06.01.2022.

Nachhaltigkeit in der Pflege – so arbeitest du umwelt- und klimafreundlich

Tipps für Nachhaltigkeit im Krankenhaus oder Pflegeheim

Du willst als Pflegefachkraft etwas für Nachhaltigkeit im Krankenhaus oder Altenheim tun? Alle Daumen hoch! Wir verraten dir, wie du zum Nachhaltigkeits-Hero wirst. Das Schöne dabei: Schon kleine Schritte können große Änderungen bewirken. Und da viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen dabei helfen, Geld einzusparen und manche darüber hinaus sozial sind, gewinnen in einem nachhaltigen Krankenhaus oder Pflegeheim alle – Menschen, Umwelt und auch die Einrichtung selbst. 

Nachhaltigkeit und Pflege – passt das zusammen?

Eine berechtigte Frage, besonders, wenn du an die vielen Abfälle denkst, die aus hygienischen Gründen nicht vermeidbar sind. Egal ob Spritzen, Kanülen, Pflaster, Einlagen oder Masken – du weißt sicher selbst, wie viel Müll hier pro Tag anfällt.

Doch an vielen anderen Stellen im Seniorenheim und Krankenhaus gibt es Möglichkeiten, etwas für die Umwelt zu tun und somit nachhaltig zu handeln. Wir haben ein paar Ideen für dich zusammengestellt, die dich zum Klima-Retter oder zur Klima-Retterin werden lassen können. Hier die Bereiche, in denen du Veränderungen bewirken kannst im Überblick: 

  • Abfall 
  • Arbeitswege
  • Wasser
  • Mobiliar
  • Medizintechnik
  • Küche
  • Papier
  • Strom
  • Bewerbung 

Am Anfang von allem steht das Bewusstsein, gefolgt vom Wissen. Erkundige dich: Arbeitest du schon in einem nachhaltigen Krankenhaus? Gibt es vielleicht sogar eine Nachhaltigkeitsstrategie wie in vielen anderen Unternehmen? Wenn ja, freue dich und behalte die Augen offen für Bereiche, an denen es mit der Nachhaltigkeit in der Pflege noch Verbesserungspotenzial gibt. 

1. Der Wille zur Veränderung zählt

Danach folgt der Wille, sich für Veränderungen einzusetzen. Das mag nicht immer ganz leicht sein, insbesondere, wenn du noch in der Ausbildung bist und deine Vorgesetzten eine Haltung  à la „das haben wir schon immer so gemacht” haben. Sprich mit deinen anderen Azubis und frage sie, wie sie zum Thema Nachhaltigkeit in der Pflege stehen. Finde Verbündete und sprecht in einer Gruppe mit euren Vorgesetzten. So ist euer Auftreten stärker als wenn du als Einzelkämpfer oder Einzelkämpferin Änderungen vorschlägst. Und wenn es nicht gleich klappen sollte, weil dein Pflegeheim oder dein Krankenhaus nicht auf eine Luisa Neubauer aus den eigenen Reihen gewartet hat: Nicht gleich verzweifeln und auf Rückzug gehen. Veränderungen brauchen Zeit – die großen umso mehr.

So oder so hilft es, mit kleinen Schritten anzufangen, denen größere folgen können. 
Du kannst ja auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Dudelt etwa in eurem Pausenraum das Radio den ganzen Tag vor sich hin? Schalte es ab und ziehe den Stecker, wenn du als letzter den Raum verlässt. 

2. Mülltrennung ist Pflicht

Apropos Pausenraum: Bei euch landen Plastikverpackungen, Essensreste und Papier in ein und derselben Tonne? Rege an, Mülltrennung einzuführen. Wusstest du, dass nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz nicht nur private Haushalte zur Mülltrennung verpflichtet sind, sondern alle, die Abfall erzeugen? Also auch Krankenhäuser oder deren einzelne Stationen, Arztpraxen und Seniorenheime. Das als kleine Argumentationshilfe für dich. 😉

3. Den Arbeitsweg grüner gestalten

Wie kommst du zur Arbeit? Wie sieht die Anfahrt oder Weg deiner Kolleginnen und Kollegen aus? Tausche dich auch hier aus und findet gemeinsam nachhaltige Lösungen für den Arbeitsweg. Ihr könnt euch etwa zu Fahrgemeinschafen zusammenschließen und so oft zu zweit oder mit noch mehr Leuten fahren – wie es der Schichtplan erlaubt. Oder du schwingst dich aufs Rad und tust damit auch etwas Gutes für dich und deine Gesundheit. Wenn Bus und Bahn eine Alternative sind, erkundige dich, ob dein Arbeitgeber vergünstigte Abos anbietet. Außerdem finden in immer mehr grünen Unternehmen Job-Bikes regen Anklang – vielleicht bald auch deine Einrichtung? 

Wenn du in der ambulanten Pflege arbeitest und auf das Auto angewiesen bist, achte auf eine gute Routenplanung, die hilft, unnötige Wegstrecken zu vermeiden. Vielleicht ist deine Einrichtung zudem offen gegenüber Elektro-Autos und/oder Elektro-Fahrrädern? Frag doch einfach mal nach.

4. Wasser sparen ist einfach

In Krankenhäusern und Seniorenheimen wird jede Menge Wasser verbraucht. Auch an dieser Stelle ist nachhaltiges Arbeiten möglich: Zum einen, indem du Wasserhahn und Duschbrause mit einem so gering wie möglichen Wasserdruck betreibst. Außerdem kannst du anregen, Wassersparventile bzw. wassersparende Duschbrausen einsetzen zu lassen. Bei dem hohen Verbrauch sind die Kosten dafür schnell wieder „drin“. Achte auch bei der eigenen Körperpflege darauf, Wasser einzusparen und drehe den Wasserhahn zu, wenn du dir die Hände einseifst oder die Zähne putzt. 

5. Ausgedientes spenden – auch gut für die Umwelt

Deine Einrichtung erneuert Mobiliar oder ein medizinisches Gerät? Hier kannst du anregen, dass es zur Wiederaufbereitung gegeben und an karitative Einrichtungen gespendet wird, die es weitervermitteln – etwa an Krankenhäuser in Osteuropa oder in Entwicklungsländern, wo zum Beispiel Krankenhausbetten, OP-Tische, Defibrillatoren, Rollstühle oder Röntgenschutzkleidung dringend benötigt werden. Die Technik muss natürlich desinfiziert und gewartet werden – auch dafür gibt es Stellen, die dies übernehmen. Frage die karitativen Einrichtungen in deiner Umgebung oder suche im Internet nach Anbietern für die Wiederaufbereitung und Spende. Auch manche Hersteller von Medizintechnik setzen sich dafür ein. Damit zeigt sich dein Altenheim beziehungsweise Krankenhaus nicht nur als nachhaltig, sondern darüber hinaus sozial. Bei der Neuanschaffung bestenfalls darauf achten, dass die Pflegebetten ein Umweltzertifikat tragen. 

In der Küche gibt es viel Potenzial fürs klimafreundliche und nachhaltige Arbeiten. Die Abwärme könnte zum Beispiel zum Heizen genutzt werden. Auch die Ernährung selbst spielt eine große Rolle: Weniger Fleisch und Wurst sind nicht nur gut für die Gesundheit, sondern auch fürs Klima. Eine gute Planung sorgt dafür, dass weniger Speisereste im Müll landen. Außerdem ist hier eine umweltfreundliche Entsorgung, etwa über Biogasanlagen, wünschenswert.

6. Wo lässt sich Papier einsparen?

An vielen Stellen ist Papier im Einsatz – vom Drucker über Liegenauflagen bis hin zum Toilettenpapier und Einmalhandtüchern. Mit Recycling-Papier lassen sich Ressourcen und oft auch Kosten einsparen. 

Inzwischen wird die Pflege zum Glück immer digitaler und damit auch „grüner“: Früher wurde jede Menge Papier verbraucht – schon allein, um die Pflegeleistungen zu erfassen. Heute geht das vielerorts über Computer oder Smartphone. Sollte dein Krankenhaus oder Pflegeheim noch immer auf Papier setzen, rege hier eine Veränderung an. Die Planung von pflegerischen Maßnahmen hat digital hat einen weiteren Vorteil: Missverständnisse, die durch eine unleserliche Handschrift entstehen, können vermieden werden. 

Der Strom, den Computer und Smartphones verbrauchen, kommt bestenfalls aus erneuerbaren Energien wie Wind-, Sonne- und Wasserkraft. Frage doch mal nach und rege an, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. Oder gleich selbst Strom zu erzeugen – mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. 

7. Nachhaltigkeit beginnt bei der Bewerbung

Last but not least: Bewirb dich online, etwa auf einen der vielen Jobs bei MediRocket – dass Papierbewerbungen inzwischen ein Auslaufmodell sind, freut die Umwelt. 

Mit diesen Tipps für nachhaltiges Arbeiten in der Pflege kannst du dabei helfen, die Umwelt und das Klima zu schützen. Mit kleinen Schritten wirst du nach und nach zum Nachhaltigkeits-Hero. Starte – jetzt!

Neuer Arbeitgeber? Die Wahl liegt bei dir!