Ein junger Pfleger kümmert sich um einen alten Mann

Verfasst von Laura Hörner. 

Pflege-Nebenjob: Das gilt es bei Minijobs & Teilzeit zu beachten

Lohnt sich ein Pflege-Nebenjob für dich?

Du arbeitest in der Pflege, wünschst dir aber ein bisschen mehr Abwechslung durch einen zusätzlichen Minijob? Oder du möchtest dir mit einem Nebenjob in der Pflege etwas dazuverdienen? Beides ist möglich – und dank der 450-Euro-Regelung auch ohne großen bürokratischen Aufwand umsetzbar. Hier erfährst du, wie du in der Teilzeit-Pflege oder mit einem Minijob in der Pflege mehr Sinn in dein Leben bringen und gleichzeitig die Haushaltskasse aufbessern kannst. Außerdem zeigen wir dir, welche Nebenjobs sich für Pflegekräfte besonders eignen!

Nebenjob in der Pflege: Deshalb lohnt sich ein Minijob in Altenpflege & Co.

In Deutschland gibt es zu wenig Pflegekräfte – das ist eine unbestrittene Tatsache. Viele haben deshalb den Wunsch, selbst anzupacken und das Gesundheitssystem zu unterstützen. Mit einem Pflege-Nebenjob im Altenheim, einem ambulanten Pflegedienst oder im Krankenhaus tust du etwas Wichtiges für die Gesellschaft, aber auch für dich: Du hast Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen und kannst über deinen eigenen Tellerrand schauen. Dazu musst du nicht unbedingt Erfahrung oder eine Ausbildung in diesem Bereich mitbringen, denn manche Minijobs in der Pflege kannst du auch als ungelernte Hilfskraft antreten.

450-Euro-Job Pflege: Was gibt es zu beachten?

Möchtest du einen 450-Euro-Job als Pflegekraft aufnehmen, dann solltest du ein paar Details beachten. Besonders wichtig ist, dass du in deinem Minijob – wie der Name schon sagt – nicht mehr als 450 Euro verdienst. Das ist deshalb wichtig, weil du mit einem Minijob nicht sozialversicherungspflichtig bist. Sobald du mehr verdienst, musst du sowohl Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung als auch Steuern zahlen. Das wirkt sich natürlich negativ auf dein Gehalt aus. 

Allerdings gibt es bei dieser Regelung auch Ausnahmen: Du darfst bis zu dreimal im Jahr monatlich die 450-Euro-Grenze überschreiten, wenn es gelegentlich und unvorhersehbar zu längeren Arbeitszeiten kommt. Auch wenn du insgesamt nicht mehr als 5.400 Euro pro Jahr verdienst, kannst du in deinem 450-Euro-Job als Pflegehelfer oder Pflegehelferin die monatliche Gehaltsgrenze mehrmals überschreiten.

Kurzfristiger Minijob in der Pflege 

Als Alternative eignet sich für dich vielleicht auch ein sogenannter kurzfristiger Minijob. Dabei spielt dein Gehalt keine Rolle, solange du nicht insgesamt mehr als drei Monate oder 70 Tage pro Kalenderjahr arbeitest. Du kannst also einen Krankenpfleger-Nebenjob auch für einen kurzen Zeitraum annehmen, dafür aber in Voll- oder Teilzeit arbeiten. Oder vielleicht findest du einen 450-Euro-Job in der Pflege, bei dem du nur sporadisch als Reserve benötigt wirst, wenn etwa andere wegen Krankheit ausfallen oder es besonders hohen Bedarf gibt.
 

Schon gewusst?

Der 450-Euro-Job gehört bald der Vergangenheit an: zum 1. Oktober 2022 soll die Verdienstgrenze für Minijobber auf 520 Euro pro Monat steigen.

Pflege 450-Euro-Job: Wie viele Stunden darf ich arbeiten?

Mit einem 450-Euro-Job in der Altenpflege oder einer anderen Pflegeeinrichtung bist du nicht auf eine bestimmte Stundenzahl begrenzt – stattdessen muss du nur darauf achten, nicht mehr als 450 Euro im Monat zu verdienen. Je mehr du also pro Stunde verdienst, desto weniger Stunden im Monat darfst du arbeiten. Beispiel: Als ungelernte Pflegehilfskraft hast du Anspruch auf einen Mindestlohn von 12,55 Euro pro Stunde. Wenn du den Mindestlohn erhältst, bedeutet das, dass du 35,8 Stunden pro Monat arbeiten darfst. Verdienst du mehr, verringert sich damit auch die erlaubte Stundenzahl.

Übrigens ist es für die Minijob-Regelung nicht relevant, wie viele Jobs du hast. So kannst du in deinem Altenpflege-Minijob zum Beispiel 300 Euro im Monat verdienen und in einem anderen Job noch einmal bis zu 150 Euro. Solange du dabei nicht die 450 Euro überschreitest, bist du nicht sozialversicherungspflichtig. 

Pflege in Teilzeit: Lohnt sich ein Teilzeitjob?

Du möchtest nicht nur einen Minijob in der Pflege aufnehmen, sondern einen Teilzeitjob? Auch das kann eine gute Option sein. Dabei solltest du jedoch Vor- und Nachteile für dich gut abwägen:

Vorteile eines Teilzeitjobs in der Pflege:

  • Du hast eine bessere Work-Life-Balance und mehr Zeit für Familie, Freunde und Hobbys als bei einer Vollzeit-Stelle
  • Die Arbeit in Teilzeit ist körperlich und mental weniger belastend als in Vollzeit
  • Du hast Zeit, nebenbei noch einen Minijob in einer anderen Branche aufzunehmen 
  • Du hast mehr Zeit, um dich neben der Arbeit weiterzubilden
  • Du verdienst netto mehr pro Stunde, da die Steuerbelastung sinkt

Nachteile eines Teilzeitjobs in der Pflege:

  • Hast du zwei Teilzeitjobs oder einen Haupt- und einen Teilzeitjob, wirkt sich das negativ auf die Besteuerung aus und du erhältst in deinem Zweitjob ein niedrigeres Nettogehalt.
  • Ein Teilzeitjob führt oft dazu, dass du (unfreiwillig) Überstunden machst
  • Natürlich verdienst du mit einem Teilzeitjob in der Pflege auch weniger als mit einer Vollzeitbeschäftigung.
  • Du zahlst weniger in die Rentenkasse ein, was deine Rente deutlich schmälern kann.
  • Du hast oftmals weniger Aufstiegschancen.

Nebenjob Pflege: Als Pflegekraft nebenbei jobben

Nicht nur ein Minijob in der ambulanten Pflege oder ein Altenpflege-Nebenjob ist möglich – genauso können auch hauptberufliche Pflegekräfte einen Nebenjob annehmen. Das hat unterschiedliche Gründe: Viele Pflegerinnen und Pfleger wünschen sich mehr Abwechslung und jobben deshalb in einer ganz anderen Branche nebenbei. Oder vielleicht hast du auch ein Hobby, das du im Nebenjob zur Altenpflege oder Krankenpflege betreiben möchtest. 

Außerdem gibt es einige Pflegekräfte, die in Teilzeit arbeiten, weil sie körperlich nicht (mehr) Vollzeit arbeiten können oder möchten. Wenn das bei dir der Fall ist, kannst du dir mit einem weniger belastenden Nebenjob für Gesundheits- und Krankenpfleger noch etwas dazuverdienen und die ungenutzte Zeit füllen.

Minijob Pflegefachkraft: Diese Jobs eignen sich

Prinzipiell können Pflegekräfte jeden Nebenjob machen. So kannst du einen Job annehmen, der deinem alltäglichen Beruf sehr ähnlich ist: Beispielsweise könntest du als persönliche Assistenz für eine Person mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen arbeiten. Auch ein Job in der Tierpflege bietet sich für Personen mit viel sozialem Engagement an. 

Vielleicht wünschst du dir aber auch einen Nebenjob zur Pflege, der gar nichts mit deinem Joballtag zu tun hat – sozusagen als Ausgleich. Auch hier gibt es viele Möglichkeiten: Du könntest dich mit einem Hobby selbständig machen und als Fotograf, Programmiererin oder im Bereich der sozialen Medien ein kleines Business starten. Eine Karriere auf Instagram, Tiktok oder Youtube ist schon lange keine Seltenheit mehr – auch nicht für Pflegekräfte!

Natürlich gibt es auch viele andere Möglichkeiten für einen Nebenjob. Am besten fragst du dich, was zu deiner Persönlichkeit passen könnte. Besonders verbreitet sind Minijobs neben dem Gesundheitswesen zum Beispiel in der Gastronomie, in der Produktion, im Einzelhandel oder im Bauwesen. Zudem beschäftigen viele Privathaushalte Minijobberinnen und Minijobber – etwa für Unterstützung im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung.

Vollzeit, Teilzeit oder Minijob?

Was solltest du mit einem Minijob in der Krankenpflege beachten?

Ein Nebenjob für Pflegerinnen und Pfleger ist eine tolle Sache: Gerade wenn du in Teilzeit arbeitest, ist es eine gute Möglichkeit, deinen Horizont zu erweitern. Wenn du neben der Pflege einen 450-Euro-Job oder einen Teilzeitjob annehmen oder dich selbständig machen möchtest, musst du allerdings deinen Arbeitgeber darüber informieren. Dieser kann dir eine Nebentätigkeit zwar nicht aus Prinzip untersagen, oftmals ist aber vertraglich festgelegt, dass du dir eine Erlaubnis einholen musst. 

Probleme kann es einerseits geben, wenn ein Interessenkonflikt entsteht, du also für einen anderen, „konkurrierenden“ Pflegeanbieter arbeitest. In diesem Fall darf der Arbeitgeber dir den Nebenjob verwehren. Ebenfalls kann er dir den Nebenjob zur Pflege verbieten, wenn durch diesen gesetzliche Ruhezeiten nicht eingehalten werden (du darfst maximal 48 Stunden pro Woche arbeiten) oder deine Leistungsfähigkeit durch deinen Nebenjob eingeschränkt wird – zum Beispiel, wenn du nachts in einer Bar jobbst und dann morgens zur Frühschicht antreten musst. 

Kompliziert wird es auch, wenn du neben deinem Hauptjob in der Pflege noch einen Teilzeitjob annimmst (also mehr als 450 Euro verdienst). Dieser wird dann über die Lohnsteuerklasse 6 abgerechnet, du musst also hohe Steuerabzüge einberechnen. Wenn du dich nebenberuflich selbständig machst, greift außerdem die 450 Euro Regel nicht – du musst vom ersten Euro dein zusätzliches Einkommen versteuern. Informiere dich also gut, wenn du neben der Pflege einen 450-Euro-Job oder einen Teilzeitjob annimmst oder in die Selbständigkeit startest und rechne einmal durch, ob sich dein Unterfangen finanziell überhaupt lohnt.

 

Ob du einen Nebenjob in der ambulanten Pflege annehmen willst, als Pflegehelferin oder Pflegehelfer im Krankenhaus erste Erfahrungen in diesem Beruf sammeln möchtest oder als Pflegekraft einen Job suchst, der deinen Alltag perfekt ergänzt: Mit einem 450-Euro-Job kannst du nicht viel falsch machen und viele wertvolle Erfahrungen sammeln, die du sonst niemals gehabt hättest. Probier es also einfach aus – du hast nichts zu verlieren!