Weiterbildung Operations- und Endoskopiedienst

 Veröffentlicht am 07.09.2020.

Weiterbildung: Fachkrankenpfleger*in Operations- und Endoskopiedienst

Aufbau – Gehalt – Aussichten

Um die Weiterbildung zur Fachkrankenpflegekraft im Operations- und Endoskopiedienst absolvieren zu können, wird eine abgeschlossene Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege vorausgesetzt. Zudem wird eine Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren erwartet, von denen mindestens sechs Monate im Operations- und Endoskopiedienst stattgefunden haben müssen. Die einzelnen Bestimmungen können je nach Bundesland variieren.

Aufbau und Struktur der Weiterbildung

Die Weiterbildung folgt den landesrechtlichen Richtlinien und kann an staatlich anerkannten Weiterbildungseinrichtungen oder Akademien begonnen werden. Ebenso teilt sich in einen praktischen und theoretischen Teil. Je nach Weiterbildungseinrichtung erfolgt der Unterricht blockweise an verschiedenen Terminen. Inhaltlich markiert die Vermittlung der entsprechenden Fachkenntnisse den Schwerpunkt, damit Teilnehmer*innen die speziellen Kenntnisse und Fertigkeiten erlangen, um die fachgemäße Pflege von Menschen mit speziellen endoskopischen Erkrankungen und Problemen selbstständig durchführen zu können. 

Um den richtigen Umgang mit endoskopischen Geräten und Instrumenten zu lernen, findet der praktische Teil der Fachweiterbildung in der Endoskopieabteilung, beispielsweise in der Gynäkologie oder Urologie, einer medizinischen oder chirurgischen Einrichtung statt. 

Dauer, Kosten, Abschluss

Es gibt die Möglichkeit diese Berufsweiterbildung sowohl in Vollzeit, als auch berufsbegleitend, also Teilzeit, zu absolvieren. Für den Umfang von 720 Stunden Theoriestunden und einem Praxisanteil von 1800 Stunden wird in der Regel eine Dauer von zwei Jahren eingeplant. 

Die Weiterbildung wird nicht vergütet, wird sie berufsbegleitend absolviert, erhält man weiterhin sein reguläres Gehalt. Die Kosten für die Weiterbildung liegen – abhängig vom Anbieter – im mittleren vierstelligen Bereich und werden häufig auch von deinem Arbeitgeber übernommen. Auszubildende haben zudem die Möglichkeit, sich für Bafög zu bewerben und darüber Lehrgangs- und Prüfungsgebühren zu finanzieren.

Nach der erfolgreich bestandenen Prüfung dürfen sich die Absolvent/innen die Berusfbezeichnung  “Fachkrankenpleger/in im Operations- und Endoskopiedienst” führen.

Gehaltsaussichten

Abhängig von der Region und der Einrichtung, in der man angestellt ist (öffentlich oder privat), kann das Gehalt für Fachkräfte im Operations- und Endoskopiedienst stark variieren. Orientieren sich Arbeitgeber an den entsprechenden Tarifen für den öffentlichen Dienst (TVöD) , liegt das monatliche Bruttogehalt zwischen 3391€ und 3713€. Im privaten Sekor variieren die Gehälter stärker und bewegen sich zwischen 2800€ und 4200€  brutto pro Monat.

Gehalt Fachkraft im Operations- und Endoskopiedienst
Gehalt nach TVöD

Das Gehalt liegt zwischen

3.391 € und 3.713 € pro Monat

Gehalt im privaten Sektor

Das Gehalt liegt zwischen

2.800 € und 4.200 € pro Monat

Die Berufsaussichten und Tätigkeiten im Job

Die klassischen Einsatzorte für Fachkrankenpfleger/innen im Operations- und Endoskopiedienst sind:

Hier sind sie vor allem für die Pflege und Betreuung von Patient*innen vor, während und nach operativen oder endoskopischen Eingriffen verantwortlich.
 

Zu den wichtigsten Aufgaben gehört es, endoskopische Eingriffe vorzubereiten und zu begleiten. Die Fachkräfte sorgen für den problemlosen Ablauf des Eingriffs, stellen die Instrumente, Geräte und Materialien bereit und unterstützen das Operationsteam während des Eingriffs. Auch die Einhaltung der Hygienevorschriften fällt in Ihren Aufgabenbereich.


Das heißt, sie informieren die betroffenen Personen nicht nur persönlich über die durchzuführenden Maßnahmen, dokumentieren den Zustand des*der Patient*in nach dem Eingriff (Aussehen, Vitalwerte, Hunger, Schlaf, Bewusstseinslage), sondern begleiten den*die Patient*in durch den ganzen Prozess des Eingriffs beziehungsweise der Untersuchung und assistieren bei ärztlichen Maßnahmen. Ebenso sind folgende Aufgaben Bestandteil des Arbeitsalltags:

  • Patienten patientenorientiert und kultursensibel pflegen
  • Wundversorgung
  • Reinigung und Desinfektion der Untersuchungsinstrumente
  • Anreichen der Instrumente während der Operation
  • Vorbereitung und Durchführung/Assistenz von Punktionen, Infusionen, Transfusionen, Blutentnahmen, Spülungen und ähnlichen Maßnahmen
  • Betreuung der Angehörigen
  • Anleitung von Auszubildenden und Praktikant/innen
  • gegebenenfalls Durchführung von Schulungen
Weiterbildung als Schlüssel zum Erfolg

Hinsichtlich der Organisation und Verwaltung ergeben sich unter anderem diese Tätigkeiten:

  • Teilnahme an Visiten und Besprechungen
  • Berücksichtigung der therapeutischen (Neben-)wirkungen in den pflegerischen Maßnahmen
  • Organisation notwendiger Maßnahmen zur Unterstützung des Genesungsprozesses
  • Überwachung und Verwaltung des Materialbestandes und der Arzneimittel
  • Aktendokumentation der ärztlichen Verordnungen und Pflegemaßnahmen 
  • Vorbereitung und Begleitung von Pflegeüberleitungen und Entlassungen

 

Der Beruf der Fachpflegekraft im Operations- und Endoskopiedienst ist auch für erfahrende Krankenpfleger*innen sehr herausfordernd. Bei den meisten Arbeitgebern findet die Arbeit im Schichtdienst statt und wird häufig im Gehen und Stehen verrichtet. Neben der körperlichen Belastung kommt die psychische Belastung hinzu, die sich durch den Umgang und die Betreuung von kranken und schwerkranken Menschen mitunter nicht vermeiden lässt. Die Arbeit fordert ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein, ist sehr herausfordernd und erfährt viel Wertschätzung seitens der Patienten und Patientinnen.