Eine weibliche Pflegerin und ein alter Mann lachen

Verfasst von Laura Hörner. Veröffentlicht am 07.07.2022.

Weiterbildung Rehabilitation und Langzeitpflege

So wirst du zur Fachkraft für Rehabilitation

Weiterbildung Langzeitpflege: Wie sieht der Berufsalltag aus?

In der Rehabilitation und Langzeitpflege hast du zahlreiche mögliche Arbeitgeber: zum Beispiel spezielle Vorsorge- und Rehabilitationskliniken, Altenheime, Gesundheitszentren und Arztpraxen, ambulante Pflegedienste – aber auch in der Kurzzeitpflege oder in Pflegestützpunkten bist du gefragt. Du stehst den Patientinnen und Patienten beiseite, berätst sie, kümmerst dich um die Umsetzung der ärztlichen Anordnungen und dokumentierst und planst die Pflege. Dein Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten dabei zu helfen, ihre Fähigkeiten bestmöglich wiederherzustellen beziehungsweise ihren Zustand zu stabilisieren. Ebenso koordinierst du die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Dienstleisterinnen und Dienstleistern und kümmerst dich um die Nachbetreuung.

Mit der Weiterbildung in Rehabilitation und Pflege steht dir auch der Weg in die Selbständigkeit offen, denn sie vermittelt dir das Wissen, dass du benötigst, um einen ambulanten Pflege- oder Sozialdienst zu gründen. So kannst du dir allein oder mit deinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine eigene Existenz aufbauen.

Kosten und Dauer der Reha-Weiterbildung: Damit musst du rechnen

Eine Weiterbildung zum Fachkrankenpfleger für Rehabilitation und Langzeitpflege wird in der Regel berufsbegleitend absolviert, du arbeitest also während deiner Fortbildung weiter in Voll- oder in Teilzeit in deiner Einrichtung. Insgesamt musst du mit einer Dauer von rund zwei Jahren rechnen. Die Rehabilitation-Weiterbildung kostet etwa 4.000 € – eine große Investition, weshalb du dir sicher sein solltest, dass dieser Fachbereich der richtige für dich ist. In der Regel lohnt es sich jedoch, diesen Betrag zu investieren. Dank deiner Spezialisierung kannst du nämlich mit etwas Geschick mit einem höheren Gehalt rechnen, weil du mit deinem neuen Wissen und deinen gefragten Fähigkeiten eine bessere Verhandlungsbasis hast und begehrter bist als mit „nur“ einer Ausbildung. 

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Diese Inhalte kommen in der Weiterbildung zur Reha-Fachkraft auf dich zu

Als Pflegeexperte oder -expertin tauchst du noch viel tiefer in deinen Bereich ein, als du es in der Ausbildung getan hast. Du nutzt die Zeit, um nicht nur bestimmte Behandlungsmethoden genauer kennenzulernen, sondern auch die Konzepte dahinter zu verstehen, damit du sie in der Praxis eigenständig und an den Bedürfnissen deiner Patientinnen und Patienten orientiert umsetzen kannst. Neben rund einem Drittel theoretischem Unterricht wirst du den größten Teil deiner praktischen Weiterbildung in verschiedenen Fachbereichen mitarbeiten. Diese Inhalte werden während deiner Rehabilitation-Weiterbildung unter anderem auf dich zukommen:

  • Das Erlernen von rehabilitativen Konzepten und Methoden
  • Die Organisation von Rehabilitationsprozessen

  • Das Kennenlernen spezieller Krankheitsbilder, die in der Rehabilitation besonders relevant sind

  • Unterschiedliche therapeutische Konzepte wie Kinästhetik, Ergotherapie, Logopädie, Affolter und mehr

  • Hintergründe in den Sozialwissenschaften

  • Rechtliche und betriebswirtschaftliche Grundlagen

  • Managementkompetenzen 

  • Kommunikationsmodelle und Konfliktmanagement

  • Die praktische Mitarbeit in unterschiedlichen Bereichen der Rehabilitation, zum Beispiel in der kardiologischen, psychiatrischen, neurologischen, geriatrischen, orthopädischen und onkologischen Rehabilitation. 


Die Langzeitpflege-Weiterbildung ist in unterschiedliche Module aufgeteilt, die du alle mit einer schriftlichen oder mündlichen Prüfung abschließt. Am Ende deiner Ausbildung musst du schließlich eine Abschlussprüfung bestehen.
 

Die persönlichen und fachlichen Voraussetzungen für die Langzeitpflege-Rehabilitation

Um die Weiterbildung zum Fachkrankenpfleger oder zur Fachkrankenpflegerin zu beginnen, musst du bereits eine Ausbildung als Gesundheits- und (Kinder)Krankenpfleger:in oder Altenpfleger:in abgeschlossen haben. Oftmals wird auch Berufserfahrung von mindestens einem halben oder einem ganzen Jahr im Bereich der Rehabilitation oder Langzeitpflege vorausgesetzt, damit du die Weiterbildung antreten kannst. Und auch wenn dies keine zwingende Voraussetzung sein sollte – es ist in jedem Fall empfehlenswert, erst einmal Erfahrungen in dieser Fachrichtung zu sammeln, bevor du dich für die Weiterbildung entscheidest. Nur so kannst du dir sicher sein, dass du auch für die Arbeit in diesem Bereich geeignet bist und sie dir Spaß macht.
Die Arbeit in der Rehabilitation und Langzeitpflege unterscheidet sich in mancherlei Hinsicht von anderen Pflegebereichen. Am offensichtlichsten wohl in ihrer Dauer: Patientinnen und Patienten werden oft über Jahre oder Jahrzehnte gepflegt. In vielen Fällen ist das Ziel im Gegensatz zu anderen Pflegebereichen nicht, die Menschen zu heilen – denn das ist oft gar nicht mehr möglich. Stattdessen soll den Betroffenen ein möglichst beschwerdefreies und selbstständiges Leben ermöglicht werden. Wenn du dich in diesem Bereich spezialisieren und eine Weiterbildung zur Reha-Fachkraft absolvieren möchtest, dann sollte dir diese Tatsache bewusst sein. 

Viele Pflegekräfte lieben ihren Beruf, weil sie die Situation der Patientinnen und Patienten verbessern und sie sie während ihres Heilungsprozesses begleiten können. Das ist natürlich auch in der Rehabilitation und Langzeitpflege möglich, allerdings ist hier oft mehr Geduld und Durchhaltevermögen gefragt als in anderen Fachbereichen. Wie in allen Pflegeberufen solltest du auch in dieser Spezialisierung viel Einfühlungsvermögen und eine gute Kommunikationsfähigkeit sowie ein ausgeprägtes Organisationstalent mitbringen. 

 

Eine Weiterbildung in Rehabilitation und Langzeitpflege lohnt sich: Einerseits stehen dir beruflich mehr Möglichkeiten offen – du kannst höhere Positionen anstrebe, mehr Gehalt verhandeln oder dich gar selbständig machen. Auf der anderen Seite vertiefst du dein Wissen in diesem Bereich und bist so in der Lage, die Patientinnen und Patienten sowie die behandelnden Ärztinnen und Ärzte noch besser zu unterstützen. Mit deinem neu erlangten Fachwissen kannst du dazu beitragen, die Pflege nachhaltig zu verbessern.