Eine lächelnde Krankenschwester steht vor einem Gebäude.

 Veröffentlicht am 28.10.2021.

Schmerzmanagement: Die Weiterbildung zur Pain Nurse

Aufgaben, Einsatzgebiete und Gehalt

Nichts beeinträchtigt unsere Lebensqualität so sehr wie Schmerzen. Umso schöner, dass heute durch die richtige Behandlung vielen Menschen Schmerzen erspart bleiben können. Um chronische, aber auch akute Schmerzen zu lindern, müssen die Erkenntnisse der modernen Schmerztherapie konsequent umgesetzt werden. An dieser Stelle kommt der Beruf der “Pain Nurse” ins Spiel. Wir erklären dir alles, was du zu der Weiterbildung wissen musst.

Voraussetzungen


Generell kann jeder, der im Gesundheitswesen Patienten betreut und pflegt, eine Weiterbildung zur Pain Nurse (auch algesiologische Fachassistenz) machen. Besonders geeignet ist die Weiterbildung für Pflegefachkräfte auf Intensiv- oder operativen Stationen, in ambulanten oder stationären Pflegediensten sowie Pflegefachkräfte, die in einem Hospiz arbeiten. Die Weiterbildung zur Pain Nurse setzt eine staatlich anerkannte Ausbildung in einem der folgenden Berufen voraus: 

Es kann sein, dass Anbieter zusätzlich noch einen Nachweis über berufliche Erfahrung verlangen – meist ist hier aber ein Jahr ausreichend. Neben den fachlichen Qualifikationen gibt es andere wichtige Eigenschaften, die du mitbringen solltest – das tust du als Pflegekraft wahrscheinlich sowieso schon. Dazu gehören:

  • Empathie/Einfühlungsvermögen

  • Belastbarkeit und starke Nerven (die Pflege von Patienten mit starken Schmerzen kann besonders herausfordernd sein)

  • Spaß an der Arbeit mit Menschen

  • gute Koordinierungsfähigkeit


Pain Nurse Weiterbildung: Aufbau und Struktur

Für die Weiterbildung zur Pain Nurse gibt es keinen standardisierten Stundenplan, weshalb Aufbau und Inhalte der Weiterbildung je nach Anbieter stark variieren können. Konzentrieren sich einige auf das allgemeine Schmerzmanagement, setzen andere Anbieter ihren Fokus auf bestimmte Gruppen von Schmerzpatienten oder die Beratung von Schmerzpatienten.
Wenn du planst, die Weiterbildung zu absolvieren, dann vergleiche am besten vorab die verschiedenen Stundenpläne und suche dir den Lehrgang aus, dessen Inhalte dich am meisten interessieren. Folgende Inhalte finden sich häufig in den Stundenplänen der verschiedenen Weiterbildungen: 

  • Grundlagen der: Hirnpsychologie, Schmerzphysiologie, Schmerztherapie

  • Alternative Schmerzbewältigung

  • Pharmakologie

  • Rechtliche Grundlagen

  • Ethik im Schmerzmanagement

  • Kommunikation und Konfliktmanagement

  • Schmerzvermeidung und Verhinderung der Chronifizierung des Schmerzes

  • Schmerzanamnese, Messung und Dokumentation von Schmerz

  • Schmerztherapie (Medikamentös und nicht-medikamentös)

  • Grundlagen des Beratungsgespräch, Patientenberatung

  • Schmerztherapie bei Kindern, rheumatologischen Erkrankungen und neurologischen Patienten

  • Physikalische Methoden zur Schmerzlinderung


Dauer, Ablauf und Abschluss

Wie auch der Stundenplan, kann die Dauer der verschiedenen Weiterbildungen zur Pain Nurse bzw. algesiologischen Fachassistenz stark variieren. In den meisten Fällen hat die Weiterbildung einen Umfang von ca. 80 bis 200 Stunden, die unterschiedlich organisiert und strukturiert sein können. Da die Weiterbildungen sowohl berufsbegleitend, in Vollzeit und sogar online in Form eines Fernstudiums stattfinden können, ist es schwer, eine einheitliche Dauer zu definieren. Normalerweise handelt es sich um mehrere Wochen oder Monate.
Auch der Ablauf ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Die meisten Weiterbildungen sind modular aufgebaut. Die Inhalte sind in verschiedene Themenblöcke gegliedert, die in einer bestimmten Reihenfolge absolviert werden müssen. Manchmal enthalten die Weiterbildungen auch praktische Elemente, die im Wechsel mit den theoretischen Inhalten oder darauf folgend absolviert werden. In der Regel handelt es sich hierbei aber maximal um 3 Tage oder bis zu 40 Stunden. 

Qualitativ hochwertige Weiterbildungen beinhalten eine Prüfung am Ende. Doch auch hier gilt: je nach Anbieter kann diese Abschlussprüfung verschiedenste Formen annehmen und beispielsweise auch in einer Projektarbeit oder einem Gespräch stattfinden.

Tipp

Achte bei der Wahl der Weiterbildung unbedingt darauf, dass diese staatlich anerkannt wird. Ist das der Fall, erhältst du nach der Prüfung, ein Zertifikat, das dem schmerztherapeutischen Curriculum der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. entspricht.

Kosten der Weiterbildung zur Pain Nurse

Die Kosten der Weiterbildung können entweder staatlich finanziert, vom Arbeitergeber bezahlt oder selbst übernommen werden. Die genauen Voraussetzungen für eine Kostenübernahme solltest du dir deshalb vor Beginn der Weiterbildung unbedingt genauer ansehen.

Finanzierst du die Weiterbildung selbst? Informiere dich vorher gut über die jeweilige Weiterbildung, denn auch die Kosten variieren stark. Je nach Anbieter und Zeitvariante können diese zwischen 500 und 2.000 € liegen.
 

Aufgaben, Arbeitszeiten und Einsatzgebiete einer Pain Nurse

Wie bei einer “normalen” Pflegekraft auch, liegt auch als Pain Nurse das Ausführen allgemeiner pflegerischer Tätigkeiten in deinem Aufgabengebiet. Der Fokus liegt jedoch auf Schmerzpatienten. Als Pain Nurse musst du in der Lage sein, Patienten in ihrer Schmerzempfindlichkeit zu beurteilen und einzuschätzen, was sie gerade benötigen – vor allem bei Patienten, die sich nicht äußern können, kann dies zu einem schwierigen Unterfangen werden. Hier sind ein geschultes Auge, Erfahrung sowie Empathie und Verständnis für Patienten gefragt.
Diese Aufgaben erwarten dich in deinem Arbeitsalltag:

  • Beratung der Patienten zur Schmerztherapie, proaktives Schmerzmanagement

  • Tägliche Visite bei Patienten, die frisch operiert wurden

  • Patienten-individuelle Anpassung der Schmerztherapie in enger Zusammenarbeit/Absprache mit Ärzt/innen

  • Planung und Umsetzung der pflegerischen Inventionen

  • Schulung von Angehörigen, Patienten, Pflegepersonal bezüglich Medikamentendosierung


 
Als Pain Nurse kannst du in allen Pflege- und Gesundheitseinrichtungen arbeiten, wie beispielsweise in Pflegeheimen oder bei ambulanten Pflegediensten, im Krankenhaus oder im Hospiz. Nacht- und Wochenenddienste musst du als Pain Nurse eher selten übernehmen. Du arbeitest hauptsächlich tagsüber – es sei denn, du wirst in der Nachtschicht als Pflegefachkraft benötigt. Die Arbeit als Pain Nurse kann also eine echte Alternative zum Schichtdienst sein! 

Gehaltsaussichten & Einstiegschancen als Pain Nurse

Mit der Weiterbildung im Schmerzmanagement rutscht du zwar nicht automatisch in eine höhere Lohnklasse – mit dem neuen Wissen und Tätigkeitsbereich hast du jedoch gute Chancen auf eine Gehaltserhöhung. Je nachdem, wo du angestellt bist, kann das Gehalt, das du als Pain Nurse verdienst, variieren. Die Gehaltsspanne bewegt sich zwischen 2500 und 3500 Euro brutto, je nach Krankenhaus bzw. Arbeitgeber und Region. 

Gehalt als Pain Nurse

Das Gehalt liegt zwischen

2.500 € und 3.500 € pro Monat

Als Pain Nurse bzw. algesiologische Fachassistenz hast du sehr gute Einstiegschancen, da gut ausgebildete Pflegekräfte stark nachgefragt werden. Auf MediRocket findest du interessante Arbeitgeber und Stellenangebote – und vielleicht deinen nächsten Job als Pain Nurse?!

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